02.09.2010, 8.:52
Apple ist bekannt für das einheitliche User Interface und die strengen Richtlinien, an das sich alle Programmierer tunlichst halten sollten, um dem Benutzer nicht jenes Wirrwarr an Schaltern und deren Suche zuzumuten, das man von zahlreichen Windows-Programmen kennt. Und nun das: iTunes 10, also Apple selbst, stellt ein Grundelement der Systemnutzung auf den Kopf: die Knöpchen für das Vergrößern, ausbelnden und shließen des Fensters sind in iTunes 10 nicht mehr horizontal, sondern vertikal. Ja warum denn das?
Insgesamt ist das Interface etwas weniger bunt und die Schrift ist kleiner, dafür besser erkennabr. Es wirkt ruhiger.
Meine Vermutung: es bewegt sich etwas in Richtung iPad und Gestensteuerung mit den Fingern, denn auf einem Mobilgerät sind Schalter für die Fensterkontrolle leichter zu bedienen wenn sie senkrecht angeordnet sind — entlang der Bewegungsrichtung des linken Daumens. Die horizontale Anordnung ist ein Relikt aus Zeiten der Mausnutzung. Man kann jetzt dazu stehen, ob das wirklich nötig ist, aber man kann den Interface-Experten von Apple sicher nicht vorwerfen, dass sie kompromissbereit sind.
UPDATE: Macnews.de hat den Trick, wieder die alte Ordnung herzustellen: Terminal öffnen und “defaults write com.apple.iTunes full-window -1″ (ohne Anführungszeichen) eingeben, iTunes neu starten und gut. Puuh.
01.09.2010, 10.:02
Man mag die Produkte von Apple für überteuert oder nur aufgehübschte Spielerei halten, aber man kann ihnen nicht absprechen, dass sich die Ingenieure dort wirklich in ein Produkt hineindenken können. Das merke ich gerade an einem so trivialen Teil wie dem Akku-Ladegerät, das ich mir zu meiner Magic Mouse geleistet habe. Nicht nur, dass man für 29 Euro sechs Akkus bekommt, das Ladegerät selbst steuert die Stromaufnahme aus dem Netz so, dass bei geladenem Akku fast keine Spannung mehr anliegt, die Akkus also nicht überladen werden und somit im Ladegerät bleiben können während ihre Kollegen den Dienst verrichten.
Am meisten aber erstaunt mich das Einlegen: Ich bin von anderen Ladeteilen immer das Rumfrickeln gewohnt: “Wohin kommt hier der Pluspol? Zuerst Minus rein, damit das Kontaktblech nicht verbiegt oder zuerst Plus, weil es sonst nicht einschnappt?” Der Sado-Maso-Trip beim Einlegen ist Gestern. Heute sind es zwei kleine Knöpfchen, auf die man beide Akkus so steckt, wie es jeder machen würde: aufrecht mit dem Pluspol nach oben wenn man das Gerät in der Hand hält. Sowohl beim Ladegerät als auch bei der Magic Mouse ist das so.
Und ich frage mich immer wieder, wieso da Hunderte von Ingenieuren nicht schon längst draufgekommen sind.
24.07.2010, 7.:12
Seit einem kühlen Frühjahrstag im Jahr 2010 steht für viele Mac-User das Flash-Plugin der Firma Adobe auch offiziell auf der Abschussliste: der Meister persönlich hatte sich in einem offenen Brief gegen die Implementierung von Flash in sein schnuckeliges iOS ausgesprochen und dabei nicht mit Kritik gespart: Flash sei umständlich, ressourcenfressend und völlig veraltet.
Adobe heulte auf, alles Quatsch, man arbeite schon an einer wesentlich effizienteren Version (10.1) Nun aber hat der Akku meiner Frau den Beweis und den Weg alles Irdischen angetreten.
Gestern beulte er sich auf und muss nun ersetzt werden. Das MacBook Pro, auf dem sie abends oft YouTube schaut, war durch durch die hohe Belastung aufgequollen — eine Bedienung des Trackpads, das direkt darüber liegt, war nicht mehr möglich. Dadurch fiel es ihr auf. Grund aber dürfte YouTube respektive Flash sein, denn mir ist das noch nie passiert trotz wesentlich heftigerer Nutzung des Rechners.
Also obacht an alle Mac-User mit tragbaren Geräten draußen: YouTube nur im Winter gucken!
19.07.2010, 11.:01
Ähnlich äußerte sich der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer. Die ständige “Reformitis” müsse aufhören, sagte der CSU-Politiker der Bild-Zeitung. “In der Bildungspolitik muss endlich Ruhe einkehren. Das ist das Beste für Schüler und Eltern.” (taz.de zum Bürgerentscheid, die Grundschule weiterhin nur 4 jahre zu haben)
Ja, wer redet denn da? Horst Seehofer? Das ist doch der, der unbedingt die Verkürzung der Schulzeit ohne Einschnitte bei der Stoffmenge vertritt, der Bologna umsetzt ohne sich Gedanken darüber zu machen, wie er systematisch das Ausbildungssystem in die Klassengesellschaft zu überführen. Horsti, der Bildungsamigo.
Und komischerweise hatte die CSU auch deshalb so schwer Federn lassen müssen, weil bayerische Eltern mit diesem Unfug nicht einverstanden sind.
Na ja, bis es der Wähler merkt und die Gesellschaft wegen mangelnder Bildung wieder in das 19. Jahrhundert zurückfällt, ist der eh schon von Maden zerfressen…