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Wir Geschichtenerzähler

31.12.201406.09.2021

Menschen sind geborene Geschichtenerzähler. Wir können über uns und Begebenheiten unseres Lebens ständig Geschichten erzählen. Lehrreiche Geschichten und weniger lehrreiche Geschichten, lange oder kurze. Geschichten über Vergangenes und gerade Erlebtes.

Wir verarbeiten unsere Umwelt und unsere eigene Identität über Geschichten: Aus diesen Geschichten ziehen wir Schlüsse über Zukünftiges – manchmal mit der Folge, dass die objektiv gemessene Zahlen weit an dem vorbeigehen, was wir erlebt zu haben glauben. Wir „erfinden“ sogar Geschichten und füllen damit Verständnislücken – solange sie in unsere jeweilige Geschichte passen. Eine subjektive Wahrheit entsteht.

Die meisten dieser Geschichten sind für andere Menschen nicht interessant – und gehen sie meist auch nichts an, denn diese Geschichten dienen dazu, unseren Platz in der Welt zu bestimmen. Nur mit Hilfe dieser Geschichten sind wir in der Lage, unser eigenes Leben zu organisieren und zu strukturieren: Wichtiges von Unwichtigem zu trennen und Bezüge herzustellen. Wir hängen nämlich nicht nur jedem Erlebnis eine Geschichte an, wir tun dies auch bei anderen Menschen und allen Objekten außerhalb unserer eigenen Person. Die meisten Geschichten davon sind sehr kurz, weil wir uns nicht die Mühe geben, ihre jeweilige Geschichte nachzuverfolgen. Aber es gäbe diese Geschichten.

Wahrheit

Es geht dabei gar nicht um erfundene oder wahre Geschichten, sondern um die Geschichte, die für uns in diesem Moment des Erzählens am Glaubwürdigsten erscheint. Die Erfahrung, dass die Geschichte eines bestimmten Sachverhalts eben aus jeder Perspektive und von allen Beteiligten vollkommen unterschiedlich erzählt werden kann, haben wir alle schon häufig gemacht – und auch die Erfahrung, dass es so etwas wie „die Wahrheit“ gar nicht gibt. Jeder Mensch erzählt die Geschichte zu dem Erlebten ein klein wenig anders und ergänzt die Lücken vor dem Hintergrund seiner Geschichten. Wir werden zu Erzählern unserer eigenen Geschichtensammlung.

Verstärkt wird die Abweichung zwischen den Geschichten unterschiedlicher Erzähler noch um die Erfahrung, dass wir es selbst oft nicht so genau nehmen mit der Übereinstimmung zwischen einer Geschichte, die wir selbst für die Plausibelste halten, und einer Geschichte, die wir unseren Zuhörern erzählen. Wir erzählen dann zu einem einzigen Thema mehrere Geschichten: zeitabhängige und kontextabhängige Varianten. Manchmal ist uns dieser Unterschied bewusst oder wir nehmen ihn hin, um eine bestimmte Wirkung zu erzielen.

Um diese auseinander klaffenden Geschichten wieder einzufangen, tun wir so, als ob es ihnen gegenüber eine absolute Wahrheit gäbe, von der wir bewusst abweichen. Mit dieser Wahrheit ist es aber wir mit Schrödingers Katze: Wir wissen nicht, ob es sie gibt, weil sie in dem Moment zu existieren aufhört, in dem wir sie zu erzählen beginnen. Denn dann wird sie zu einer eigenen Geschichte.

Technische Geschichten

Was aber hat dieses Gedankenspiel mit der Technischen Redaktion zu tun?

Nun, auch wir Technische Redakteure sind Geschichtenerzähler: Wir erzählen die Geschichten technischer Objekte, die sie allerdings nicht selbst erzählen können. Wir stellen die Geschichten der Objekte zusammen, wie sie sie uns die Ingenieure, Konstrukteure, Programmierer, Monteure, die UX-Designer und alle anderen Beteiligten erzählen. Wir stellen sie zu einer kohärenten Geschichte zusammen, von der wir annehmen, dass sie in die spezifische Geschichte der Objekt-Benutzer am besten hineinpasst.

Wir erzählen unsere Geschichten der Objekte. Abhängig vom Kontext kann diese Geschichte dann sehr unterschiedlich ausfallen: Wir versuchen die Quadratur des Kreises: Es geht darum, die Geschichten der Objekte mit den Geschichten des Benutzers zu verbinden. Wie erfolgreich dies es gelingt, entscheidet über die Qualität der Dokumentation und unsere Qualität als Geschichtenerzähler.

Eine Brückenkonstruktion mit Beschreibung von Leonardo Da Vinci. Da Vinci war ein begnadeter Geschichtenerzähler.

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