Icons mit Adobe Illustrator: Bibliotheken nutzen

Vor fünf Jah­ren hat­te ich ein damals recht wenig beach­te­tes Fea­ture der (damals) umstrit­te­nen Cloud-Anbin­dung von Ado­be Illus­tra­tor ange­spro­chen: die „Biblio­thek“ (sie­he auch Illus­tra­tor CC mit Biblio­thek in der Wol­ke). Das ist vor­bei: Biblio­the­ken – und vor allem die Ado­be CC Biblio­thek – sind ein ernst­zu­neh­men­des Werk­zeug.

Vor allem, wenn es um die Erstel­lung von Icons geht.

Dies ist der drit­te Teil einer Rei­he, die sich mit der Erstel­lung von Icons befasst. Daher wird auch die Funk­ti­on der Ado­be CC-Biblio­the­ken unter die­sem Aspekt betrach­tet. Denn obwohl die Biblio­the­ken noch wesent­lich mehr nütz­li­che Funk­tio­nen besit­zen – wie bei­spiels­wei­se platt­form­über­grei­fen­de Inter­ope­ra­bi­li­tät1 oder die gemein­sa­me Nut­zung – so geht es an die­ser Stel­le um die Stan­dar­di­sie­rung der Icons und damit die Kon­sis­tenz der Dar­stel­lung.

Wohl­ge­merkt: die Icons müs­sen natür­lich erstellt wer­den – die­se krea­ti­ve Arbeit nimmt eine Soft­ware nicht ab -, aber ihre Ver­wal­tung und Ver­wen­dung lässt sich dank Biblio­the­ken sehr ver­ein­fa­chen.

Die Bibliothek füllen

Natür­lich kann man bei digi­ta­len Pro­duk­ten wie Zei­chen­pro­gram­men nicht von „Biblio­the­ken“ im eigent­li­chen Sinn spre­chen – es han­delt sich eigent­lich um Abla­ge­or­te für bestimm­te Datei­ty­pen, die von Pro­gram­men (und damit auch ver­netz­ten Gerä­ten) der Ado­be CC-Pro­dukt­rei­he auf unter­schied­li­che Wei­se genutzt wer­den kön­nen.

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Eige­ne Gerä­te und berech­tig­te frem­de Gerä­te kön­nen in die glei­chen Biblio­the­ken ein­ge­bun­den wer­den. Die „CC-Drop­box“ sozu­sa­gen.

Eine Illus­tra­tor-Datei bei­spiels­wei­se kann von InDe­sign oder Pho­to­shop nicht bear­bei­tet, aber per Refe­renz ein­ge­setzt wer­den. Der Link zu den Ele­men­ten in der Biblio­thek bleibt erhal­ten – was gera­de bei Icon-Biblio­the­ken ein enor­mer Vor­teil ist. Es wird dadurch nur eine Datei gepflegt – die in der Biblio­thek – aber sie kann belie­big oft wie­der­ver­wen­det wer­den.2

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Links die unter­schied­li­chen Aus­prä­gun­gen der Icons (hover, active, inac­tive), rechts die Biblio­thek in der Cloud.

Die Funk­ti­on ist denk­bar ein­fach: ein­mal erstell­te Icons wer­den mit ihrem Namen in die Biblio­thek auf­ge­nom­men und kön­nen von dort aus mit allen Pro­gram­men und Rech­nern erreicht wer­den.

Das funk­tio­niert so:

  1. In Illus­tra­tor eine Arbeits­flä­che in der gewünsch­ten Grö­ße des Icon anle­gen (sie­he auch hier).
  2. Das Icon erstel­len …
  3. Die Palet­te „Biblio­the­ken“ auf­ru­fen und gege­be­nen­falls eine neue Biblio­thek anle­gen.
  4. Die Biblio­thek öff­nen.
  5. Alle Objek­te des Icons mar­kie­ren und grup­pie­ren.
  6. Die Grup­pe benen­nen (falls es kei­ne Grup­pe ist, genügt ein Name für das Objekt) mit einem aus­sa­ge­kräf­ti­gen Namen (also nicht „neu“ oder „alt“).
  7. Das Icon mar­kie­ren und in der Palet­te der Biblio­thek am unte­ren Rand auf das „+“ kli­cken.
  8. Gra­fik“ aus­wäh­len. Das Icon wird mit sei­nem Grup­pen­na­men in der Biblio­thek abge­legt.
  9. Bei Bedarf in der Biblio­thek einen Ord­ner (Grup­pe) anle­gen und das Icon hin­ein­zie­hen. Damit lässt sich bes­ser Ord­nung hal­ten, da gera­de bei Icons mit ihren zahl­rei­chen Aus­prä­gun­gen die Biblio­thek sehr schnell sehr voll wer­den kann.3

Die Bibliothek nutzen

Sicher­heits­hal­ber kann man die Datei mit dem erstell­ten Icon spei­chern und schlie­ßen, um sie so zu archi­vie­ren, denn benö­tigt wird sie nicht mehr – außer man löscht Icons aus der Biblio­thek. Ab jetzt „leben“ Icons in der Cloud.

Ab hier läuft es von allei­ne:

  1. Eine Arbeits­flä­che in der gewünsch­ten Grö­ße anle­gen und der Arbeits­flä­che den zukünf­ti­gen Namen für den Export geben (sie­he auch hier).
  2. Das Icon aus der Biblio­thek an die pas­sen­de Stel­le auf der Arbeits­flä­che zie­hen und am Pixel­ras­ter aus­rich­ten.
  3. Nächs­te Arbeits­flä­che.
  4. Zum Schluss alle Arbeits­flä­chen expor­tie­ren.

Da die Icons ver­linkt sind mit den Ori­gi­na­len in der Cloud, ent­fällt das läs­ti­ge Suchen und Kopie­ren. Und zwar für alle Teil­neh­mer.

Icons bearbeiten

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Das Icon als Vek­tor­gra­fik. Da Kur­ven in (geras­ter­ten) Pixel­bil­dern „unsau­ber“ aus­se­hen, soll­te man weit­ge­hend dar­auf ver­zich­ten.

Um das Icon in der Biblio­thek zu bear­bei­ten, öff­net man es per Dop­pel­klick. Soll­te es aller­dings in der Zwi­schen­zeit von ande­ren Benut­zern oder in ande­ren Doku­men­ten ver­wen­det wer­den per Refe­renz (sie­he unten), dann ändern sich auto­ma­tisch alle Instan­zen, also alle refe­ren­zier­ten Objek­te.

Ausleihe

Der Zugriff auf die Biblio­thek (oder meh­re­re) kann für alle Benut­zer frei­ge­ge­ben wer­den, die über eine gül­ti­ge Ado­be-CC-Lizenz ver­fü­gen. Sobald die­se sich an der Cloud ange­mel­det und die Frei­ga­be ange­nom­men haben, wer­den die frei­ge­ge­be­nen Biblio­the­ken in der Palet­te ange­zeigt.

Die Benut­zer haben damit nur Lese­zu­griff oder Lese- und Schreib­rech­te, dür­fen also im zwei­ten Fall auch eige­ne Objek­te in der Biblio­thek able­gen oder die ange­leg­ten Objek­te anpas­sen. Die Berech­ti­gun­gen las­sen sich natür­lich auch nach­träg­lich erwei­tern oder ent­zie­hen.

Wie eine Biblio­theks­aus­lei­he eben. Nur halt digi­tal.

... und das gehört auch dazu

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  1. Die Ele­men­te der Biblio­thek kön­nen von allen Pro­gram­men der Ado­be CC-Pro­gram­me genutzt wer­den. 

  2. In die­ser Hin­sicht ist die Ähn­lich­keit mit einer ech­ten Biblio­thek unver­kenn­bar: jedes Buch gibt es nur ein­mal, kann aber belie­big oft aus­ge­lie­hen wer­den. 

  3. Die­se Funk­ti­on gibt es erst seit der letz­ten Ver­si­on der CC 2018.