Medi­en in der Kli­ma-Kri­se: Don’t look up!

Nach der erfolg­rei­chen Pro­duk­ti­on der sechs Demo-Fol­gen hat sich der Ver­ein KLIMA° vor Acht auf ein neu­es The­ma gestürzt. Die feh­len­de Reso­nanz der Öffent­lich-Recht­li­chen hat­te uns näm­lich nicht ent­mu­tigt. Im Gegen­teil – immer­hin konn­ten wir damit drei Prei­se ein­heim­sen und RTL bei deren Sen­dungs­kon­zept „Kli­ma Update“ unter­stüt­zen – waren die Erfah­run­gen mit den Ver­ant­wort­li­chen bei ARD und ZDF ein Grund, noch ein­mal genau­er hin­zu­schau­en, war­um sich das öffent­lich-recht­li­che Fern­se­hen mit dem The­ma „Kli­ma“ so schwer tut. Immer­hin haben ARD und ZDF welt­weit fast ein Allein­stel­lungs­merk­mal mit dem Auf­trag, par­tei­po­li­tisch neu­tral zur demo­kra­ti­schen Wil­lens­bil­dung bei­zu­tra­gen.

Und wel­ches The­ma ist par­tei­po­li­tisch unab­hän­gi­ger als eine dro­hen­de Kli­ma­ka­ta­stro­phe? Immer­hin steht die Bewah­rung einer lebens­wer­ten Zukunft seit fast 25 Jah­ren im Grund­ge­setz und alle poli­ti­schen Par­tei­en haben sich dem Pari­ser Kli­ma­ab­kom­men ver­pflich­tet, den Aus­stoß der Treib­haus­ga­se zu ver­rin­gern, um die Erhit­zung „mög­lichst unter 2 Grad Cel­si­us“ zu hal­ten.

Allei­ne – pas­siert ist nicht viel, vor allem zu wenig, um das selbst­ge­steck­te Ziel zu errei­chen. War­um? Am feh­len­den Wis­sen kann es nicht lie­gen, denn zu allen Berei­chen der Kli­ma­wis­sen­schaft lie­gen aus­rei­chend Daten, Mes­sun­gen und Model­le vor, deren Genau­ig­keit mit gera­de­zu unheim­li­cher Prä­zi­si­on Jahr für Jahr belegt wird.

War­um aber scheut sich die Poli­tik den Rah­men und die Regeln zu set­zen, die es braucht? Liegt es mög­li­cher­wei­se dar­an, dass sie gar nicht kor­rekt und umfas­send infor­miert ist? Dass die Bür­ger nicht in der Lage sind, das ihnen zuste­hen­de Recht auf eine lebens­wer­te Zukunft ein­zu­for­dern? Dass „die Medi­en“ als wich­ti­ge Trans­mis­si­ons­rie­men ihren Job nicht so machen, wie es der Kom­ple­xi­tät und Pro­ble­ma­tik ange­mes­sen ist? Gibt es ein gemein­schaft­li­ches Ver­drän­gen und Igno­rie­ren in den Redak­ti­ons­räu­men? Und wenn ja – war­um? Die­sen Fra­gen geht die Antho­lo­gie nach.

Und das ziem­lich gut und viel­schich­tig.

Die Welt geht unter – und kei­ner redet dar­über. Genau das geschieht beim The­ma Kli­ma­wan­del. Der Poli­tik fällt es schwer, etwas gegen die Erd­er­wär­mung zu unter­neh­men, die Medi­en ver­hal­ten sich selt­sam pas­siv. Aber wie kann das sein, ange­sichts der größ­ten Her­aus­for­de­rung in der Mensch­heits­ge­schich­te? … 28 nam­haf­te Autor:innen bele­gen ein­drucks­voll, wie und war­um die Medi­en in ihrer eige­nen Kli­ma-Kri­se ste­cken. Sie zei­gen auf, war­um der Kli­ma­wan­del eine jour­na­lis­ti­sche Her­aus­for­de­rung ist und stel­len Lösun­gen, Ideen und Erfah­run­gen vor, wie Medi­en­schaf­fen­de bes­ser in der Kri­se han­deln kön­nen.

https://​kli​ma​vor​acht​.de/​b​u​ch/

Ich kann die­ses Buch nur jedem ans Herz legen, der sich über die­ses Schwei­gen wun­dert, wäh­rend eine Kri­se nach der ande­ren sich auf­türmt und über uns her­ein­bricht. Und – ohne alar­mis­tisch klin­gen zu wol­len – wir erle­ben gera­de nur die ers­ten klei­nen Wel­len eines Tsu­na­mi…

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