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leben, technik und kommunikation

Kinomap: Die Auspower-App für Ausdauersportler

26.01.201926.11.2023

Ausdauersportler leiden im Winter, wenn es draußen rutschig, kalt, nass und früh dunkel ist. Wenn selbst der innere Schweinehund nicht mehr vor die Tür will, wenn die Aussicht auf miefige „Muckibuden“ voller lauter Menschen die Freude an der Bewegung trübt – dann ist es Zeit für Selbsthilfe. Eine gutgemeinte Warnung vorweg: Was jetzt folgt, ist die Beschreibung einer App, die zu einer Lebenseinstellung gehört. Hier geht es nicht um einmalige Events oder den ultimativen Kick, es geht um die Freude an der Bewegung an sich, um die Einsicht, dass sich das Hirn nicht bewegen kann, wenn es der Arsch nicht tut. – Mal ganz profan. ((Wer leidenschaftlich Ausdauersport betreibt, der weiß was gemeint ist: das hat nix mit Beachbody oder Abnehmen zu tun, mit Gesundheitsvorsorge oder Masochismus. Nur Freude an der Bewegung und ein bisschen Selbsterkenntnis der eigenen Möglichkeiten und Grenzen.))

Der Einstieg

Allerdings ist es mit einer App nicht getan. Die App ist nur ein Teil eines „Ökosystems“, das dabei unterstützt, auch im Winter nicht einzurosten und die Qualen im Frühjahr zu verringern („Letzten Herbst kam ich doch da noch hoch?!“). Ich beschränke mich hier nur auf den Teil, der mir als Radler vertraut ist, denn die App funktioniert auf Laufbändern genauso wie auf Rudermaschinen.

Das Flux. Mit 800 € kein wirkliches Schnäppchen, man spart sich allerdings die Mitgliedschaft auf diesen Rudergaleeren namens „Fitnesscenter“…

Als Radfahrer braucht man einen kompatiblen Hometrainer, der in der Lage ist, sich per Bluetooth mit einem Smartphone, Tablet oder Computer zu verbinden. Das ist der wirklich teure Teil der Investition, die gut überlegt sein will. Ich benutze ein „Flux“ der Firma Tacx, in das ich mein Rennrad einspanne, nachdem ich das Hinterrad herausgenommen habe.

  • Der Vorteil: Sattel, Lenker und Körperhaltung sind bereits vertraut.
  • Der Nachteil: das Rad steht relativ starr aufrecht, egal wie eng die Kurve ist. Man kann nicht kippen, da dies durch die stabilen Ausleger des Flux verhindert wird. Das hat auch Folgen wenn man „aus dem Sattel“ geht, denn normalerweise muss man das Schwanken des Rads im Wiegetritt mit dem Oberkörper ausgleichen.

Und man benötigt eine Halterung am Lenker (beispielsweise auch von Tacx), mit der sich ein Tablet oder Smartphone an den Lenker klemmen lässt. ((Es gibt Kollegen, die verwenden eine Settop-Box, die sie mit dem Smartphone oder Tablet verbinden und an einen Fernseher anschließen. Das gibt dann natürlich einen Kino-Effekt, der das Fahrerlebnis steigert.)) Nicht zu vergessen (aber das sollte selbstverständlich sein, selbst in Deutschland – hüstel, hüstel) ist eine einigermaßen flotte Internetverbindung, denn wir werden streamen, was das Kabel hergibt.

Zusammengefasst also brauchen wir:

  • Eigenes Rad (am besten Rennrad)
  • Stabile Internetverbindung
  • Hometrainer mit Bluetooth
  • Halterung für Smartphone/Tablet
  • Die App „Kinomap“

Die App

Das Ziel der App ist es, eine gefahrene und erfasste Strecke möglich realistisch nachzufahren.

„Kinomap“ gibt es im Google Play Store und im App Store von Apple umsonst. Damit kann man allerdings nur eine Handvoll Strecken abfahren, was nicht besonders unterhaltsam ist, aber einen Einblick in den Funktionsumfang bietet. Nach dem Download – am besten auf ein Tablet – öffnet man die Bluetooth-Verbindung zwischen Gerät und Hometrainer. Nun folgt die übliche Prozedur: Registrieren – bitte mit einem sicheren Passwort, das nirgendwo sonst zum Einsatz kommt – und Kinomap konfigurieren. Dabei muss man ein paar Daten über sich eingeben, die für den Hometrainer und Kinomap wichtig sind: Gewicht, Alter und Körpergröße sowie Art des Fahrrads.

Warum ist das wichtig?

Zahlreiche Hometrainer wie auch das Flux benutzen elektrische Magneten, um die Schwungscheibe des Hometrainers abzubremsen (das ist das Bauteil, das für das hohe Gewicht eines Hometrainers verantwortlich ist und direkt an die Hinterradachse gekoppelt wird). Damit lässt sich das realistische Fahrgefühl bei Steigungen verbessern: das Treten wird anstrengender. Wie stark allerdings gebremst wird, hängt vom Körpergewicht ab. Leichte Fahrer hätten sonst zu große Nachteile bei den „Challenges“ – aber davon später. ((Strenggenommen handelt es sich also um AR, „Augmented Reality“.))

Die Wahl der Qual

Nachdem man die App konfiguriert und mit dem Hometrainer verbunden hat, wählt man eine Strecke aus. Auf den Servern der Firma liegen zahlreiche internationale Strecken zum Abfahren, die von den Mitgliedern selbst erfasst und hochgeladen wurden. An diese Strecken kommt man allerdings nur als Mitglied gegen einen vergleichsweise geringen Obulus, da die Kosten für die App-Entwicklung und das Vorhalten der Filme auf dem Server nicht umsonst ist – dafür aber ohne die nervigen Werbeeinblendungen.

Eine Strecke – egal ob auf den Spuren der Tour de France zum Mont Ventoux, hinauf zum Fuji in Japan oder quer durch Spanien – besteht dabei aus einem Film, einer Landkarte und einem Höhenprofil. Letzteres ist vor allem für den Hometrainer von Bedeutung, da er damit die Bremsen reguliert. Aber auch für den Radler selbst ist es natürlich angenehm, nicht von einer plötzlichen Steigung überrascht zu werden, denn das Rad selbst bleibt ja waagerecht.

Die Wahl der Strecke bleibt natürlich der eigenen Einschätzung und Tagesfahrt überlassen: gemütlich durch Kalifornien oder doch lieber mit brennenden Oberschenkeln den Galibier hinauf?

Wer noch ein bisschen Unterstützung beim Einrichten benötigt – we’ve got you covered: Kinomap richtig einstellen

No pain, no gain

Da es natürlich nicht besonders motivierend ist, beim Fahren der Schwungscheibe zuzuhören, kann man das Tablet oder Smartphone auch dazu benutzen, während der Fahrt eine zur Strecke passende Musik „aufzulegen“. Die lässt sich vorher bequem zusammenstellen und als Bibliothek aufrufen.

Screenshot
Der Anstieg vom Genfer See Richtung Süden hat auch schöne Ausblicke.

Ohrstöpsel rein, Musik an, aufsteigen und ab geht die Post.

Strecke starten und mit dem Treten beginnen. Kinomap verbindet sich mit dem Hometrainer und lädt die Strecke in den Puffer. Abhängig von der Internetgeschwindigkeit und Monitorgröße kann man zwischen normaler Bildauflösung (SD) und hoher Auflösung (HD) wählen, wobei HD das Fahrerlebnis noch realistischer macht, aber auch mehr Daten „saugt“.

Und dann beginnt die Fahrt und das Vergnügen.

Für die Fahrt gibt es zwei Modi: Man kann als „Entdeckungsfahrt“ fahren, das heißt, man fährt so lange und so schnell wie es die App vorgibt oder man treten möchte. Oder man steigt in den „Challenge“-Modus um. Dabei werden parallel zur eigenen die Positionen der anderen Fahrer angezeigt, die diese Strecke bereits abgefahren sind und sich virtuell „in der Nähe“ befinden. Das kann zusätzlich motivieren, wenn man sieht, wo man sich mit seinem persönlichen Leistungsprofil befindet. Allerdings sind diese Angaben nicht unbedingt aussagekräftig, denn wer mit 48 km/h den Pass hochfahren kann, hat vermutlich in den Einstellungen einen Fehler oder gemogelt. Oder dopt auf dem Hometrainer…

Das Höhenprofil ist in Farbfelder unterteilt, die sich an der durchschnittlichen Steigung des Streckenabschnitts orientieren: Grün ist flach, Gelb leicht steigend, Orange ist eine mittlere Steigung und bei Rot geht’s zur Sache. Dafür sind Abfahrten blau. Dummerweise bedeutet dies allerdings keine Entspannung, denn während Alltagsradler in der Realität es rollen lassen, treten die Profis weiter – es geht um Geschwindigkeit. Und so auch hier: Die Bremsen geben zwar die Schwungscheibe frei, aber ohne Weitertreten bleibt der Film stehen. ((Deswegen heißen die Dinger ja „Hometrainer“ und nicht „Schaukelstuhl“))

Am Ende der Strecke (oder auch bei einem Abbruch) präsentiert Kinomap die Auswertung: Dauer, Durchschnitts- und Höchstgeschwindigkeit, Trittfrequenz, Belastungskurve und „Ranking“. Wer mit einer Smartwatch oder einem digitalen Pulsmesser seine Herzfrequenz messen lässt, erhält auch diese Daten in der Auswertung.

Die Auswertung wird sowohl auf dem Gerät als auch auf dem Server gespeichert, so dass sich die Daten sowohl zwischen Geräten synchronisieren lassen, die mit dem gleichen Account angemeldet sind, als auch im Browser einsehbar sind. Wer sich um seine Datensicherheit sorgt, sollte daher mit allzu genauen Angaben vorsichtig sein – aber das ist im Internet immer so.

Fazit

Mitten im Winter durchs sonnige Frankreich zu rollen, nach einer Fahrt verschwitzt und ausgepowert vom Bock zu steigen und den Alltag hinter sich gelassen zu haben, ist fast so gut wie echtes Fahren.

Wobei – das IST echt. Nur halt augmented.

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