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Jetzt bin ich richtig glücklich (und zufrieden)

11.10.200710.01.2008

In der Süddeutschen fand ich heute den Artikel, dass die meisten Deutschen mit ihrer Arbeit nicht glücklich würden, höchsten zufrieden. Behauptet der DGB, der das in einer Befragung nachgewiesen haben will ((Vermutlich unter seinen Mitgliedern, die wahrscheinlich nicht deswegen Mitglieder sind, weil sie ihren Chef so attraktiv finden, sondern weil sie mit der Arbeitssituation unzufrieden sind.)) .
Dann aber wird es seltsam: Deutsche seien deswegen unglücklich, weil sie nicht autonom arbeiten können.
Da haben wir ein Problem: Man wird ja Angestellter, damit man nicht autonom arbeiten muss und es aufgrund der Tätigkeit vielleicht auch besser nicht sollte. ((Man stelle sich einen autonom arbeitenden Maurer – „Ich find den Stein nicht so schick!, Ich nehm‘ ’nen anderen.“ – oder Kranführer vor, oder eine Krankenschwester: „Nö. auf das Medikament habe ich heute keinen Bock, ich gebe dem Patienten lieber ein anderes“…))
Aber nehmen wir mal den Schreibtischtäter (zu denen ich mich auch zähle): Dem reicht es schon, wenn er nicht glücklich ist, sondern „bloß“ zufrieden. Und dafür braucht es anscheinend nicht viel:

Bestimmend für Zufriedenheit mit dem Beruf sind vor allem drei Aspekte: Der Arbeitnehmer muss sich seines Jobs sicher sein, statt sich permanent vor der drohenden Kündigung zu fürchten. Zudem muss die Bezahlung stimmen, und der Stress sollte sich in Grenzen halten.

sagt der Industriesoziologe Rudolf Schmidt aus Jena. Das ist alles?? Wie wäre es denn mit Produktidentifikation, Anerkennung, Selbstverwirklichung? Oder ist das ein Privileg der Selbstständigkeit?
Also ich bin sehr zufrieden (so ein- bis viermal pro Tag) mit meiner Arbeit. Da kann ich mich jetzt ja richtig glücklich schätzen.

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