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Die richtige Schrift für die technische Dokumentation

22.12.200919.02.2022

Ein Thema, dass gern in der technischen Dokumentation entweder stiefmütterlich behandelt oder als lästig schnell abgehakt wird, ist die Wahl der richtigen Schrift. Das mag daran liegen, dass Schrift im Allgemeinen als gegeben vorausgesetzt wird oder aber in ihrer Funktion und Wirkung hinter der Information zurücktreten muss. Das aber kann sich rächen.

Links zum Thema

  • Typolexikon.de – Hintergründe zur Schrift und Grundlagen
  • ezine articles: How to Use Fonts Properly in a Technical Document
  • doctima GmbH: Verständlicher Schreiben – Wann und Warum
  • Charles Poynton: Ten common mistakes in the typesetting of technical documents (PDF)

Der folgende Text soll kein Plädoyer für eine typografische Grundausbildung sein oder gar die Notwendigkeit verdeutlichen, für dieses Thema einen Experten zu Rate zu ziehen, sondern nur allgemein auf die Problematik hinweisen, die sich aus dem gelungenen oder misslungenen Zusammenspiel von Schrift und Information ergeben kann. Zunächst daher einige pauschale Statements:

  • Schrift ist kein Selbstzweck. Eine Schrift nimmt man nicht, weil sie einfach „gut ausschaut“. Die Schrift ist ein elementares Bestandteil der im Text vermittelten Information. Das sollte selbstverständlich sein, denn ein Warnhinweis, der in Fraktur gesetzt ist, wird wahrscheinlich in den seltensten Fällen den Leser erreichen und damit zu Sicherheitsrisiken führen.
  • Schrift ist kein Zufall. Über die Auswahl für eine Schrift, die im Text vorherrscht (also den „Werksatz“) bestimmt nicht der Schriftordner des Betriebssystems. Auch wenn moderne Betriebssysteme eine Vielzahl von Schriften bereits vorinstalliert anbieten, können sich deren Ausführungen und Zeichenumfang von Betriebssystemversion zu -version unterscheiden. Wenn beispielsweise eine „Times New Roman“ auf einem System in der Version 1.2 vorliegt, so kann der Einsatz der Version 1.3 dazu führen, dass manche Sonderzeichen nicht mehr korrekt dargestellt werden oder der Zeilenfall sich so ändert, dass es zu Verschiebungen in der Seitenzuordnung kommt. Plötzlich fehlt in der Druckausgabe oder dem PDF eine Nummer oder ein Buchstabe.
  • Schrift ist keine Spielerei. Ein einmal gewählter Font für eine Dokumentation wird nicht alle paar Monate wieder geändert, nur weil es dem Redakteur so gefällt. Die Schrift in der Technischen Dokumentation bestimmt das Erscheinungsbild des Textes, sie erleichtert oder erschwert die Übersetzungsprozesse und vor allem erleichtert oder erschwert sie die Rezeption.

Einschränkung

In den meisten Fällen kommen höchstens freiberufliche Technische Redakteure in den „Genuss“, eine Schrift für einen Auftraggeber wählen zu können. Meist ist sie vorgegeben durch das so genannte „Corporate Design“. Nun ist es aber auch leider häufig so, dass die Auswahl der Schrift durch Experten auf dem Gebiet des Designs erfolgt, die sowohl eine wunderschöne Website als auch die Vorlagen für die Geschäftskorrespondenz entwerfen – selten aber auch einen Einblick in die manchmal abweichenden Anforderungen in der Technischen Dokumentation haben.

So entsteht für den Redakteur eine Art „designfreier“ Raum, in dem er selbst alleine oder in Zusammenarbeit mit Kollegen den Vorlagenentwurf für die Technische Dokumentation übernehmen muss. Angefangen von der Wahl des Formats und des Seitenlayouts bis hin eben zur Schriftwahl …

Kriterien

Darstellung der typografischen Grundbegriffe (© by design-literatur.de)

Da aber für die Wahl der Schrift neben den typografischen Erwägungen wie Laufweite und Lesbarkeit, Anzahl der Schnitte (fett, extra fett, mager, halbmager) auch kundenspezische oder unternehmensspezifische Kriterien gelten müssen, wird die Auswahl zunehmend schwieriger. Daher folgen jetzt einige Kriterien, die allerdings nicht den Anspruch auf Vollständigkeit erheben können:

  • Typografie. Hier ist nicht die Anmutung oder der Neigungswinkel im Vordergrund, sondern ihre Lesbarkeit, mithin die Unterscheidbarkeit von Oberlängen. Je deutlicher sich die Oberlänge (der obere Teil des „b“) von der Mittellänge (dem Bauch des „b“) abhebt, desto leichter wird es für den Leser, den Text aufzunehmen, da er einzelne Wörter schneller erfassen kann.
  • Lesbarkeit. In der Technische Dokumentation ist nicht das flüssige Durchlesen einer bedruckten Seite wichtig, also der Lesefluss, sondern die Erfassung des Inhalts. Die Text muss auch unter ungünstigen Bedingungen (Staub, Schmutz, kopierte Seiten, schlechtes Licht) noch gut lesbar sein. Ist die Schrift zu klein oder „läuft“ das „o“ zu, wird die Erfassung behindert.
  • Übersetzbarkeit. Ein technisches Problem. Da schon aufgrund der gesetzlichen Vorgaben in der EU die Dokumentation in Landessprache vorliegen muss, stehen Übersetzer oft vor der Frage, wie sie ein Dokument übersetzen sollen, wenn die Glyphen der verwendeten Schrift nicht in der Zielsprache vorhanden sind. Mit anderen Worten: wie groß ist der Umfang an Sonderzeichen in der Werkschrift? Oft reicht es dabei nicht, sich auf OpenType zurück zu ziehen, denn auch dort handelt es sich manchmal lediglich um neu „verpackte“ Schriften (ehemals TrueType oder PostScript), die zwar auf allen Betriebssystemen zum Einsatz kommen können, aber nur einen eingeschränkten Glyphenumfang besitzen.
  • Erscheinungsbild, das Image. Während in Deutschland beispielsweise eine Grotesk in der Technischen Dokumentation eine gewisse Nüchternheit und Direktheit vermittelt, wird in angelsächsischen Ländern gerne eine Antiqua eingesetzt, da sie mehr Tradition und Langlebigkeit ausdrückt.
  • Mischbarkeit. Ideal mag es sein, wenn nur eine einzige Schrift in der Technischen Dokumentation zum Einsatz kommt – vorzugsweise eine „gut ausgebaute“ Schrift wie die „Helvetica Neue“, die mittlerweile über 50 verschiedene Schnitte aufweist. Aber aus Gründen einer gewissen Unverwechselbarkeit mag sie nicht jedem zusagen. Hier leidet dann das Corporate Design. Aber warum sollte man nicht mischen? Es gibt Schriften, die das geradezu anbieten, indem sie in serifenlosen und serifenbetonten Varianten und Mischformen angeboten werden. Dazu zählt beispielsweise die Thesis.

Für welche man sich schließlich entscheidet, bestimmt natürlich auch das Budget. Allerdings dürften sich die Kosten für eine kommerziellen und hochqualitative Schriftfamilie geradezu lächerlich ausnehmen, wenn man die Kosten bedenkt, die durch fehlerhafte oder schnittarme Schriften auftreten können.

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