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leben, technik und kommunikation

Lange ist das her

01.10.2010

Bei dem ganzen emotional aufgeladenen Tohuwabohu um den unterirdischen Bahnhof in Stuttgart und die damit vergrabenen Steuermilliarden beschleicht mich das Gefühl, dass hier ein Stilwechsel vor der Tür steht. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bezieht Herr Grube, Erbe des Projekts „Stuttgart 21“, klar Stellung für die ihn unterstützenden Minister:

Deutschland hat sich dazu schon vor 15 Jahren international verpflichtet. […] Ich falle nicht um. Ich bin sicher, dass Stuttgart 21 verwirklicht wird. Vermutlich können wir in zehn Jahren Einweihung feiern. (sueddeutsche online)

Es geht hier nicht um einen Bahnhof, es geht nicht um ein paar alte Kastanien, es geht hier um das Durchsetzen einer Planung von vor 15 Jahren. Nun mag man einwenden, es habe sich in der Zwischenzeit viel geändert, aber die Aussage wirft meiner Meinung nach ein ganz interessantes Bild auf unsere Volksvertreter. Mir scheint, da haben sich einige Menschen in ihrer Welt aus Planung, Politik und Machbarkeitsstudien eingeigelt und wundern sich nun, dass ein Gutteil der Bevölkerung in einer anderen Realität lebt. Ob Transrapid oder Waldschlößchenbrücke: in dem unbedingten Glauben an den Segen durch technischen Fortschritt wurden in mühsamen Verfahren Gelder umgewidmet und Mitarbeiter verschlissen — und nun schreien die eben noch gönnerhaft Regierten, dass sie da nicht mitspielen wollen.

Natürlich ist es ein PR-Desaster, aber es geht tiefer: auf der anderen Seite stehen Menschen, die sich in ihrer aktuellen Situation nicht ernst genommen fühlen, egal, ob man sie als Hartz-IV-Empfänger mit zusätzlichen 5 Euro monatlich abspeist, oder ob man „notleidenden“ Banken mit Milliarden unter die Arme greift, die einem nicht gehören — es wird im Hinterzimmer ausgekungelt, es werden Machtspielchen veranstaltet, aber dem zahlenden Teil der Bevölkerung werden nur die Ergebnisse präsentiert, er wird nicht gefragt.

Im Gegenteil, Einwände, die einem nicht passen, werden diskreditiert, nur um den eigenen Beschluss besser verkaufen zu können. Man traut dem Souverän nicht, er wird behandelt wie ein ungezogenes Kind. Da setzt es dann mal eben eine Watschn. Was aber seit eben jenen 15 Jahren sich gewandelt hat, ist die gefühlte Dissonanz und Unzufriedenheit in der Bevölkerung. Manchmal macht sie sich in sinkender Wahlbeteiligung Luft ((Das ist immer nur für etwa 10 Sekunden Thema der Wahlnacht, danach kümmert sich keiner der Gewählten darum, dass er eigentlich immer weniger seiner Bürger repräsentiert.)), manchmal in gewaltsamen Demonstrationen oder lautem Protest. Ernst genommen werden sie nie, die Bürger.

Sollten sie aber. Denn es geht nicht darum, wie man am besten Politik verkauft, sondern wie man ein Volk regiert, das auch mitreden will. Nicht nur auf der Straße oder alle vier Jahre im Wahllokal. Man kann ihm wesentlich mehr Realitätssinn zumuten als manche der Regierenden glauben. Nur ernst nehmen muss man es. Sonst sitzt man schneller im Freien als man vermutet.

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