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Maul halten und strammstehen!

18.11.200721.02.2022

Der Aufsichtsrat der Bahn, das ist das Gremium, dass dafür – meist recht ordentlich — bezahlt wird, dem Vorstand auf die Finger zu schauen ((und auch mal auf Selbige zu klopfen)), stellt sich hinter den Vorstand. Um sich zu verstecken natürlich auch, aber auch, um ein weiteres Beispiel für nicht funktionierende Gewaltenteilung in dieser „Durchregierungs“-Republik zu liefern.
Eigentlich sollte es die Aufgabe des Aufsichtsrats sein, die Aufsicht zu haben, nicht den Kammerdiener zu machen. In dieser Beziehung hat der Aufsichtsrat der Bahn genauso kläglich versagt wie der bei Siemens, bei Daimler-Chrysler, bei VW, bei … Die Liste lässt sich in deutschen Großunternehmen fast ebenso lange weiter führen, wie es eben diese Unternehmen an Zahl gibt.
Der Aufsichtsrat sollte den Vorstand ermahnen, nun endlich wieder zu Potte zu kommen, die persönlichen Animositäten einer gewissen Professionalität zu opfern und wieder zu verhandeln. Tut er aber nicht.

Angesichts der Zahlen warnte Bahn-Aufsichtsratsmitglied Georg Brunnhuber vor dem Verlust von Arbeitsplätzen: «Die ersten Bahnkunden im Güterverkehr haben in Folge des Streiks bereits Jahresaufträge gekündigt. Die GDL bedroht massiv Arbeitsplätze. Jeder weitere Streik wäre eine Katastrophe», sagte Brunnhuber ((mehr zu dem Abgeordneten UND Aufsichtsratsmitglied bei wikipedia)). (netzeitung)

Da wedelt der Schwanz mit dem Hund. Der Herr Abgeordnete vermischt hier politische mit wirtschaftlichen Interessen (das ist ja normal), gießt aber geradezu Öl ins Feuer, denn wie ihm vermutlich völlig unbekannt ist, streiken Menschen nicht, weil ihnen zu Hause zu langweilig ist. Arbeitnehmer (nicht Beamte) dürfen nicht nur streiken, sondern müssen es sogar dürfen, um ihre Interessen durchsetzen zu können. Ohne Streik haben wir hier Manchester-Kapitalismus, bei dem es nur noch um die persönliche Bereicherung geht.
Oh, ich vergaß, der verbeamtete Herr hat ja sich ja gerade die Diäten erhöht. Honni soît qui mal y pense.

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