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Schematische Darstellung: Die Prinzipien sehen

21.11.201215.05.2019

Wie auch an der Website unschwer erkennbar ist: Ich schreibe gern. Es bereitet mir keine größere Mühe, ein paar flotte Sätze aufs Papier bzw. den Bildschirm zu werfen, zu überarbeiten und dann nach ein paar inhaltlichen Korrekturen (die Rechtschreibung überlasse ich leider meist der Software) zu veröffentlichen. Sei es als Text im Internet oder als Text in einer technischen Dokumentation.

Letzteres verlangt zwar etwas mehr Nachdenken im Vorfeld, also vor Beginn des Schreibens, ist aber dann flott produziert, wenn mir der Inhalt klar vor Augen steht. Da ich visuell orientiert bin, muss ich den Ablauf oder die Funktion deutlich vor mir haben, bevor ich sie mit Worten festhalten kann.

Wohin mit den Notizen?

Literatur

Kreatives Denken und Problemlösen mit bildlichen und beschreibenden Repräsentationen, Wolfgang Schnotz/Christiane Baadte/Andreas Müller/Renate Rasch, S.204ff, in: Bilder – Sehen – Denken. Zum Verhältnis von begrifflich-philosophischen und empirisch-psychologischen Ansätzen in der bildwissenschaftlichen Forschung, Klaus Sachs-Hombach/Reiner Trotzke (Hrsg.), Herbert von Halem Verlag, Köln 2011

Damit beginnt aber oft ein Hindernislauf durch die Abteilungen und zu den jeweiligen SMEs (Subject Matter Experts), also denen, die mir die Informationen liefern. Im Gegensatz zu diesen bin ich nämlich nicht am Entstehungsprozess des zu beschreibenden Produkts beteiligt gewesen, ich bekomme das Ergebnis zu sehen ohne die Hintergründe erkennen zu können. Ich erhalte unterschiedliche Perspektiven auf das gleiche Produkt und teilweise auch unterschiedliche Bezeichnungen für ein und denselben Gegenstand. Um mir selbst Licht im Dunkeln der Informationsflut zu machen, skizziere ich oft Abläufe oder Funktionen auf einem Notizblock. Diese Notizen fasse ich dann zu einer Art Gedächtnisprotokoll zusammen, dass ich mir gegebenenfalls sogar von meinen Ansprechpartnern absegnen lassen.

Was aber passiert mit den Skizzen?

Ausschnitt aus einem Flussdiagramm

Manche Kollegen behalten die Verständnisskizzen oder Visualisierungen der Abläufe für sich und geben an den Benutzer ihrer Dokumentation fertige Bauteilzeichnungen oder Montagezeichnungen oder gar Fotos des Produkts weiter. Vielleicht benötigt der Leser keine solchen Skizzen, möglicherweise ist er so sattelfest in der Benutzung des Produkts, dass er den ganzen Text sowieso für überflüssig hält und alleine durch das Anschauen alles erfasst.

Vielleicht.

Wenn man aber berücksichtigt, dass bei vielen Maschinen die gerade dokumentierte nicht die einzige ist, die der Benutzer zu bedienen und zu warten hat, könnte es Sinn machen, die gerade gewonnene Visualisierung in überarbeiteter Fassung auch weiterzugeben. Ob es ein Flussdiagramm (in vereinfachter Form) oder aber eine Prinzipdarstellung eines Bauteils ist: auch der Benutzer freut sich darüber, wenn er nicht länger als nötig über einer Darstellung brüten muss, um das für ihn Wesentliche zu erkennen. Selbst wenn der Benutzer „vom Fach“ ist und eigentlich das Lesen komplexer technischer Zeichnungen zu seinem Alltag gehört, erleichtert es sein Verständnis, wenn ihm relevante Informationen unmittelbar zugänglich sind. Oder, um es wissenschaftlicher auszudrücken:

Bilder werden direkt als bildliche mentale Repräsentationen oder mentale Modelle enkodiert, wohingegen bei dem Erfassen von Texten eine Rekodierung stattfinden muss, damit ein mentales Modell erzeugt werden kann. (Schnotz/Baadte/Müller/Rasch, S. 222, s.o.)

Auf deutsch: Wenn wir ein Bild sehen, können wir uns den konkreten Gegenstand leicht vorstellen, einen Text dagegen müssen wir erst in ein Bild übersetzen. Das geht einem Laien aber genauso wie einem Profi. Es dauert länger, einen Text zu verstehen als ein Bild – im Allgemeinen. Ein Bild jedoch stellt nur einen unverrückbaren Zustand dar, es bildet keine Bewegung und keine Reihenfolge ab. Beides muss man in das Bild hineingeben – meist in Form von Text oder Nummern oder mit zusätzlichen Bildern wie Richtungspfeilen.

Wie viel Information darf sein?

Jede zusätzliche Information aber erhöht die Anzahl der Informationen, die im Bild enthalten sind, und erhöht damit auch die Komplexität. Darüber hinaus sind zusätzliche Informationen meist redundant und nur auf eine bestimmte Ausprägung (Modellreihe, Variante etc.) anwendbar.  Die Darstellung wird damit immer genauer, der Detailreichtum nimmt zu, aber die Allgemeingültigkeit sinkt. Je spezifischer aber die Informationen sind, die mit dem Bild vermittelt werden, desto größer wird auch der gedankliche Aufwand, den der Betrachter leisten muss, um die für die dargestellte Situation wichtigen Informationen zu erkennen: Für einen Ölwechsel am Getriebe spielt die Größe der Ritzel keine Rolle. Außerdem kann es für die Pflege einer Dokumentation aus Sicht des Redakteurs sehr aufwändig werden, wenn er für jede Variante einen kompletten Katalog an Darstellungen vorhalten muss, selbst wenn sich diese nur um unwesentliche Details unterscheiden. Das sind Kosten und auch Fehlerquellen.

Darstellung in der Funktionsbeschreibung und in der Instandsetzung: einmal in Farbe zur Übersicht, einmal im Hintergrund als Schwarz-Weiß-Zeichnung zur Orientierung

Prinzipskizzen

Es geht bei Darstellungen daher um die Balance zwischen Genauigkeit und Allgemeingültigkeit, zwischen Aufwand und Verständlichkeit. Einen recht brauchbaren Weg stellen dabei die so genannten „Prinzipskizzen“ dar, bei denen eine technische Zeichnung in eine technische Illustration umgesetzt wird. Prinzipskizzen verzichten absichtlich auf zahlreiche Informationen, und stellen den Gegenstand wiedererkennbar, aber stark vereinfacht dar. Sie können dann mehrfach in einer Dokumentation verwendet werden und machen den Benutzer zunächst mit den grundlegenden Funktionen vertraut, helfen ihm aber in einem anderen Zusammenhang dabei, ein Detail an dem Produkt zu finden, dass in einer expliziten Darstellung beschrieben wird (beispielsweise einem Instandhaltungsschritt). In der ersten Erstellung ist zwar der Aufwand hoch, da ja vom Illustrator eine bewusste Vereinfachung angestrebt wird, durch die mehrfache Verwendung aber sinkt der Aufwand beträchtlich.

Allerdings sollte man nicht verschweigen, dass der Illustrator einen guten Überblick über das Produkt und alle Varianten – und eine genaue Kenntnis der Anwendungsfälle haben sollte. Eine kleine Herausforderung, die sich aber besonders im Sondermaschinenbau schnell bezahlt macht.

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