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Der programmierbare Schwachsinn

06.03.201506.03.2015

„Wollen sie das nun wirklich löschen? Oder nur ein bißchen anlöschen?“. „Unbekannte Schutzverletzung an Modul 23ezfcbgc.ydo: ignorieren oder schließen?“. Kennen Sie das? Zehnmal durch Menüs geklickt, nur um aus einer Zahl eine Zweierpotenz zu machen? Haben Sie sich schon mal gewundert, warum in der Menüleiste neben dem Punkt „Format“ der Punkt „Schriftart“ steht? Und der erste Punkt unter „Format“ auch „Schriftart“ lautet (so gesehen in Word, Version: beliebig)?

Und Sie fragen sich, was das mit Verständlichkeit zu tun hat, oder ob für jeden Menüpunkt ein Programmierer zuständig sein könnte, der dem anderen nicht mitteilt, was er alles ins Menü einzubauen gedenkt? Fragen über Fragen. Erklärbar ist das eigentlich nur mit Rückgriffen auf die Geschichte der jeweiligen Programme. Denn die ersten Versionen der meisten heute verbreiteten Applikationen stammen aus der „Urzeit“ des Computerzeitalters. Als vor knapp 20 Jahren die grafische Benutzeroberfläche den PC erst hoffähig machte – und für den Normalsterblichen benutzbar, brauchten die Betriebssysteme (damals gab es noch mehr als heute) auch Programme, die der Maschine eine Daseinsberechtigung verliehen.

Natürlich waren auch schnell Richtlinien bei der Hand, die den Aspiranten Hilfen zur Hand geben wollten, wie denn nun eine „intuitive“ Benutzerführung auszusehen hätte. Alles sollte vor allem leicht erreichbar und verständlich sein. Und manche Programmierer hielten sich auch daran. Im Lauf der Zeit wucherten jedoch die Programme über ihre Ansprüche hinaus. Und statt nun jedesmal die Software von Grund auf neu zu überdenken – was ja auch die Benutzer irritiert hätte, die „ihren“ Button immer an einer bestimmten Stelle suchen – wurde einfach „drüberprogrammiert“.

Mit der Größe der Bildschirme wachsen die Möglichkeiten, Menüs ins Endlose zu verlängern und sich dann Tricks einfallen zu lassen, diese wieder zu verkürzen (ich wundere mich beispielsweise immer über die Neusortierung der Menüpunkte in neueren Office-Versionen, weil das Programm sich gemerkt hat, welche Befehle ich zuletzt aufgerufen habe. Dummerweise kann ich mich aber nie daran erinnernâ?¦).

Und so entstanden und entstehen noch mehr Menüpunkte, die dann wiederum aufgrund der Menge der einstellbaren Optionen weitere Fenster und Menüs nach sich ziehen. Nehmen Sie als Beispiel mal in Word die Einstellung des Zeilenabstandes: „einfach“ oder „doppelt“ oder „1,5 Zeilen“ oder „mehrfach“ oder „mindestens“ oder „genau“. Heißt das, dass außer „genau“ alle anderen ungenau sind? Ist „doppelt“ denn nicht auch „mehrfach“? Was passiert bei „mindestens“? Und warum gibt es kein „höchstens“? Sie wissen es? Glückwunsch!

Vielleicht liegt das Problem auch darin begründet, dass es eigentlich zwei Arten von Benutzern gibt, die gleichzeitig bedient werden sollen: die Gelegenheitsnutzer, die niemals in die Tiefen des Programms vordringen wollen – und denen das auch durch eine undurchsichtige Benutzerführung verwehrt bleiben soll – und den Benutzern, die sich professionell damit auseinandersetzen und Geld damit verdienen, dass sie der Software Dinge entlocken, die nie zuvor ein Mensch gesehen hat.

Oder aber es liegt an dem, was man einen elitären Masochismus nennen könnte: nachdem man sich wochenlang damit auseinandergesetzt hat, wie denn nun ein Programm funktioniert und welche Schwächen es hat, war man zwar nicht produktiv im eigentlichen Sinn (und das erzeugt bei manchen denn auch eine permanente Unzufriedenheit mit sich und der Welt), aber hat – vielleicht – später das Gefühl, es sich oder dem Programm mal wieder „gezeigt“ zu haben. Und zu den Wenigen zu gehören, die diese selbstauferlegte Tortur überstanden haben.

Und für die Programmierer liefe es dann auf das hinauf, was in Ansätzen schon meine zweijährige Tochter demonstriert: sobald sie ein Pflaster sieht, tut es ihr weh.

Man könnte sich demzufolge natürlich auch überlegen, ob man nicht zuerst eine Lösung programmieren könnte, um dann ein passendes Problem zu erzeugen, das dann über eine undurchsichtige und mehrdeutige Benutzerführung – möglicherweise sogar mehrsprachig und in XML, weil das gerade „hip“ ist – mit entsprechend vielen Fenstern und Knöpfchen teilweise lösen kann. Für die endgültige Lösung müsste man dann auf das nächste Update hoffen. Oder das Übernächste …

Was bei Autos und Kameras funktioniert, kann ja so schlecht nicht sein. Die Benutzer kennen und wollen es ja nicht anders. Und, fällt Ihnen vielleicht schon eine Lösung und ein Menüfenster ein? Wir suchen dann gemeinsam ein Problem. Oder ersteigern eins bei e-bucht …

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