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Beutelschneiderei?

11.12.200323.01.2022

Adobe bringt ein langerwartetes Upgrade des Programms FrameMaker – aber nur für Windows. Nach anderthalb Jahren zeigt sich Adobe als sprunghafter Softwareriese: nachdem auf einen Rutsch alle Profi-Publikationswerkzeuge (Photoshop, InDesign, Illustrator) eine neue Version, neue Features und Verbesserungen in der Performance verpasst bekamen, war nun auch FrameMaker an der Reihe.

Weiterführende Links: 

  • Adobe FrameMaker
  • FrameUser (Deutschland)
  • Framescript
  • Elmscript (Deutschland)

Jedoch: es kreißte der Berg und gebar eine Maus. FrameMaker zeichnete sich in den Jahren nach der Produktübernahme durch Adobe eigentlich in erster Linie durch seine Monopolstellung aus, nicht durch seine Funktionsvielfalt oder den innovativen Programmcode.

Die Anwender klagen über fehlende Funktionen, die in anderen Programmen seit mindestens fünf Jahren Standard sind, in FrameMaker jedoch immer noch nicht implementiert. Dazu zählen neben einer einheitlichen Schriftverwaltung auch der Umgang mit Tabellen, die Menüsteuerung, die mehrfachen Rückschritte und eine Anpassung an Unicode-Standards, die eigentlich ein – von Adobe propagiertes – „Multichannel-Publishing“ erst ermöglichen. Insbesondere der osteuropäische Markt wurde in der Vergangenheit ob der fehlenden Unterstützung osteuropäischen Sprachen sträflich vernachlässigt. Gerade von europäischen Benutzern wurden die Schwächen oft angemahnt und die Hoffnungen ruhten dabei immer auf der jeweils kommenden Version.

Die neue Version jedoch, die nun als „7.1“ nur für Windows angeboten werden soll (zu einem stolzen Preis von knapp 200 €, bietet auch das nicht. Allein die Tatsache, dass auch Dokumente der Version 7.1 mit anderen Dokumenten der Version 7.0 (Macintosh und Unix) voll kompatibel sind, zeigt, dass hier keine wirklichen Neuerungen eingeführt wurden. Eine Verbesserung der Unicode-Standards und der Bild-Importfunktionen sowie der PDF-Unterstützung wird angekündigt, als ob dies bereits eine wirkliche Neuerung darstellt. Die spärlichen Veränderungen stärken im Gegenteil die Furcht vieler FrameMaker-Benutzer, dass Adobe mit dem Programm eigentlich eine Auslaufversion vermarktet. Die Furcht geht um, dass dies möglicherweise die letzte Version des FrameMaker sein könnte – dies vor allem auch vor dem Hintergrund, dass Adobe etwa alle anderthalb Jahre seine Produktstrategie völlig umkrempelt und dadurch ein gerüttelt Maß an Investitionsunsicherheit provoziert.

Welchen Sinn macht es also, Funktionen für teures Geld an die Mehrheit der Benutzer zu verkaufen, außer dass man damit versucht, das Fell des Bären gleich mehrmals zu verkaufen? Die Spekulationen darüber werden aber schon deshalb ins Leere laufen, da sich auch die Produktentwicklung bei Adobe nicht immer logisch verhält. Hatte man lange angekündigt, Pagemaker als DTP-Veteranen durch das wesentlich neuere InDesign abzulösen und einzustampfen, brachte man schließlich doch noch eine neue Version vor zwei Jahren heraus und platzierte sie als bessere Office-DTP-Software (zum Konkurrenten MS-Publisher). Das kann auch FrameMaker widerfahren: in zwei Jahren eingestampft und wegen des völlig veralteten Programmcodes begraben, taucht er möglicherweise als andere Office-Lösung wieder auf.

Was aber bedeutet das für die Benutzer? Schon beginnen die ersten FrameMaker-Veteranen, sich nach Alternativen umzusehen (die es nicht gibt), da sie von einem Ableben des Programms ausgehen. Untergangsstimmung ist aber verfrüht; Getreu des Ausspruchs von Mark Twain („Berichte über mein Ableben dürften stark übertrieben sein“) ist FrameMaker auch in der jetzigen Version noch ein hervorragendes Programm, das sich insbesondere durch die Framescript-Schnittstelle um Funktionen erweitern lässt, von denen selbst die Programmierer bei Adobe nicht wissen, dass es sie gibt.

Das Fazit dürfte daher eher lauten, dass man FrameMaker noch nicht abschreiben sollte. FrameMaker ist weiterhin jedem vermeintlichen Konkurrenzprodukt wie MS Office oder OpenOffice für den Mengensatz um Meilen voraus. Ein Upgrade auf Version 7.1 lohnt sich allerdings kaum, wenn man mit Version 7 bereits arbeitet. Da muss Adobe noch einiges mehr bieten, um den Benutzer guten Gewissens soviel Geld aus der Tasche zu ziehen. Investieren Sie das Geld lieber in Framescript/Elmscript, das ist wesentlich besser angelegt …

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