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Selbstständigkeit: To be or not to be

23.05.201629.01.2019

Heute brachte mich ein Gespräch mit einem Dienstleister auf einen Gedanken, der mich eigentlich schon lange umtreibt: Ist Selbstständigkeit die Zukunft der Arbeit in einer Dienstleistungsgesellschaft?


Für Technische Redakteure zu Beginn ihrer Berufstätigkeit ist – laut Aussage des Dienstleisters – tatsächlich die Selbstständigkeit das Ziel ihres Broterwerbs. Die Vorstellung, man könne unabhängig von den rigiden Vorgaben in einem Unternehmen arbeiten und den Anforderungen der Eintönigkeit entfliehen, ist sehr verlockend. Nicht tagein tagaus Tabellen füllen mit Spezifikationen, die einem die Ingenieure auf den Tisch knallen, nicht immer das schlechte Gewissen, dass man in der Personalabteilung als reiner Kostenfaktor gesehen wird, nicht immer die mehr oder weniger verhohlene Eifersucht der älteren Kollegen, die eben kein Studium (Bachelor oder Master) hingelegt haben, sondern eher zufällig in den Job reingerutscht sind.
Stattdessen ständig neue Projekte, vielfältige Aufgaben, Animationen, VR, AR ((Virtuelle Realität und Augmented Reality, Erweiterte Realität)), freie Zeitgestaltung, eigene Tools, eigenes Wissen, sein eigener Herr.

Das motiviert.

Dummerweise fehlt es aber zu diesem Zeitpunkt an Erfahrung: Wie schätze ich den Umfang des Projekts ein? Was kann ich anbieten und leisten? Wie hoch darf mein Honorar sein, ohne dass ich den Auftrag verliere?
Es gibt einschlägige Kurse und mehr oder weniger seriöse Berater, die einem das erklären können, aber da die meisten dieser „Coaches“ nicht aus dem Bereich der Technischen Dokumentation kommen, wird dort zwar mit betriebswirtschaftlichen Begriffen herumhantiert, die dem Berufseinsteiger aber wenig helfen.

Und ehrlich: Gerade in dem doch sehr vielfältigen Beruf der Technischen Dokumentation kommt das meiste Wissen aus der Erfahrung. Es gibt kein Kriterium, mit dem man einen „schlechten“ Kunden von einem „guten“ Kunden unterscheiden kann, bevor der Auftrag da ist. ((Schlechte Kunden sind solche, bei denen man eigentlich immer draufzahlt – entweder weil sie mehr fordern als ausgemacht war oder nicht rechtzeitig zahlen und trotzdem Leistung verlangen – oder alles zusammen.))

Das nutzt ab.

Vor allem, wenn man als Technischer Redakteur dann auch noch eine Familie ernähren möchte und damit in den Zwang kommt, gegebenenfalls Aufträge anzunehmen, die sich eigentlich nicht rechnen, nur um überhaupt Geld zu erwirtschaften. Wenn Stammkunden, die man sich mit viel Einsatz und Motivation herangezogen hat, nach ein paar Jahren das Management wechseln und beginnen, den Preis zu drücken, für den man zur Zufriedenheit aller schon seit Jahren arbeitet.

Sicher, man gewinnt über die Jahre an Erfahrung hinzu, kann aus dem Bauch heraus den Projektumfang und den Kunden abschätzen, weiß, wo die „neuralgischen Punkte“ eines Dokumentationsprojektes liegen und wäre in der Lage, die Selbstständigkeit zu wuppen. Aber man ist ausgelaugt, man will keine ständigen Schwankungen am Monatsende auf dem Konto, man will eigentlich nur Ruhe und Beständigkeit.

Dann kippen die Kollegen in die Festanstellung ab, verschwinden aus der Lichtung der Dienstleister in das Waldesdunkel der Festanstellung. Gerade dann wenn die Erfahrung am Größten ist, kippt die Motivation, der täglichen Unberechenbarkeit Herr zu werden, in Richtung Nullpunkt.

Das ist schade, denn damit geht einer extrem vielseitigen Branche, die ständig im Fluss ist, viel Stabilität verloren. Schade ist dies auch, weil damit auch viel Enthusiasmus und Motivation verdampft – beides Eigenschaften, die die Technische Kommunikation voranbringen könnten.

Aber vielleicht ist das auch ein natürlicher Ausleseprozess, bei dem es eben nicht nur auf Wissen und Anpassungsfähigkeit ankommt, sondern auch auf Zähigkeit und „Resilienz“. Man sollte sich das nur vorher klar machen, bevor man den Sprung wagt ins Unbekannte:

There are dragons out there.

Bei einer Dokumentation muss Vieles bedacht werden.

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