Teams: „Die Runde geht aufs Haus!“

Auch wenn unter ein­ge­fleisch­ten Com­pu­ter­nut­zern ein gewis­ses Miss­trau­en gegen­über ame­ri­ka­ni­schen Soft­ware­kon­zer­nen durch­aus zum guten Ton gehört, so ist doch nicht alles per se schlecht oder gesell­schafts­feind­lich, was über den gro­ßen Teich kommt.

Denn sei­en wir ehr­lich: ohne Com­pu­ter wären wir wesent­lich weni­ger effi­zi­ent, könn­ten uns über mehr Schreib­kram und grö­ße­re Wis­sens­lü­cken, weni­ger Tier­bil­der und mehr ver­irr­te Fahr­zeu­ge auf­re­gen. Wir hät­ten nur eine klei­ne Aus­wahl an Fern­seh­sta­tio­nen, müss­ten Zei­tun­gen lesen und wären doch weit­aus weni­ger infor­miert über alles, was so um uns her­um pas­siert. – Vor allem aber müss­te man sich häu­fi­ger mit Kol­le­gen tref­fen, denen man am liebs­ten nur auf dem Flur begeg­net und man müss­te sich häu­fig dar­über ärgern, dass Arbeit gar nicht oder dop­pelt gemacht wird.

Oft ist es näm­lich gar nicht so sehr Moti­va­ti­on dafür ver­ant­wort­lich, wenn mal wie­der nur sub­op­ti­ma­le Ergeb­nis­se ent­stan­den sind, son­dern die Kom­mu­ni­ka­ti­on. Und mal ernst­haft: Inner­halb einer Orga­ni­sa­ti­on sich gegen­sei­tig die Mail­box zuzu­bal­lern mit halb­ga­ren Mails wie „Kol­le­ge Mül­ler hat­te vor­hin geschrie­ben, dass X nicht ganz kor­rekt ist.“ ver­ur­sa­chen durch Rück­fra­gen mit Mail und kor­re­spon­die­ren­dem Thread1 wesent­lich mehr Auf­wand, als wenn man ein­fach zum Kol­le­gen Mül­ler geht und fragt, was denn los sei.

Sofern der Kol­le­ge neben­an sitzt und nicht gera­de von Hawaii aus arbei­tet…

Die Chat-Funk­ti­on des Teams in Teams

Für sol­che Fäl­le gibt es Soft­ware wie Teams.

Die Soft­ware aus dem Hau­se Micro­soft ist tat­säch­lich in der Lage, meh­re­re Pro­ble­me auf ein­mal zu lösen und lang­fris­tig selbst das belieb­te Out­look abzu­lö­sen. Und die Pro­ble­me in der klas­si­schen Kom­mu­ni­ka­ti­on sind zahl­reich:

  • E‑Mails wer­den mit Anhang ver­schickt, dann x‑mal kopiert und wei­ter­ge­lei­tet, bis kei­ner mehr weiß, wer wem wann geant­wor­tet hat oder auch was.
  • Links auf Datei­en wer­den ver­schickt, die nicht für die Emp­fän­ger erreich­bar sind.
  • Es wird eine obsku­re Tele­fo­nie­soft­ware enge­setzt, die mit dem Betriebs­sys­tem nicht kom­pa­ti­bel ist oder eine spe­zi­el­le Hard­ware benö­tigt.
  • Soft­ware für Video­chat oder gar Screen­s­ha­ring wird instal­liert, die aber nicht auf Mobil­ge­rä­ten läuft oder deren Akkus leer frisst, bevor die Video­kon­fe­renz vor­bei ist (loo­king at you, Sky­pe).
  • Kalen­der wer­den ange­legt, die aber expli­zit für jedes Mit­glied der Grup­pe frei­ge­ge­ben wer­den müs­sen.

Teams fasst die­se Funk­tio­nen zusam­men (abge­se­hen davon, dass es sich auch mit Out­look ver­bin­den ässt, so dass sich Mee­tings auch in Teams anle­gen und durch­füh­ren las­sen) und bie­tet damit eine „All-in-One“-Plattform für die Orga­ni­sa­ti­on von Infor­ma­tio­nen aller Art: Wiki, One­Note, Share­Point, …

One­Note in Teams

Neben den zahl­rei­chen Funk­tio­nen, die Teams „aus der Packung“ bereits bie­tet, gibt es zahl­rei­che wei­te­re Optio­nen, um das Pro­gramm an die Bedürf­nis­se anzu­pas­sen: von der Anbin­dung an exter­ne Spei­cher wie Drop­box et al. über Plug-Ins für den geziel­ten Zugriff auf Dev­Ops, Jira oder Office-Datei­en sowie Pro­jekt­ver­wal­tungs­tools bleibt fast kein Wunsch uner­füllt.

Beson­ders her­aus­ra­gend aber ist die Qua­li­tät der Video- und Audio­kom­mu­ni­ka­ti­on – aller­dings nur in den Apps und nicht im Brow­ser). Wäh­rend Sky­pe in der Unter­neh­mens­kom­mu­ni­ka­ti­on hier frü­her den Ton angab und dann zuneh­mend unter „Fea­turi­tis“ litt, glänzt Teams mit einer ein­fa­chen Bedie­nung und erst­klas­si­ger Ver­bin­dungs­qua­li­tät über alle Gerä­te hin­weg.

Denn man soll­te nicht ver­ges­sen, dass es die­se Soft­ware nicht nur für Desk­top-Rech­ner gibt, die irgend­ein aktu­el­les Win­dows benö­ti­gen, son­dern auch macOS, Andro­id und iOS glei­cher­ma­ßen.2

Fazit

Der Ein­druck ent­steht, dass hier Micro­soft end­lich ver­sucht, auf die Bedürf­nis­se der Büro­ver­wal­tung und des Infor­ma­ti­ons­ma­nage­ments im drit­ten Jahr­tau­send ein­zu­ge­hen. Wer bereits einen Office 365-Account für Unter­neh­men besitzt, kann Teams kos­ten­los benut­zen und Kol­le­gen ein­la­den.

Die Run­de geht dann aufs Haus.


  1. Ein Thread ist die kom­plet­te Kopie des „Gesprächs­ver­laufs“ in der Mail, die dadurch natür­lich immer län­ger wird. 

  2. Es gibt jedoch noch die Ein­schrän­kung, dass die Mobil­ge­rä­te mit Andro­id und iOS meh­re­re Accounts par­al­lel ver­wal­ten, aber kei­nen Upload durch­füh­ren kön­nen.