Evernote: The next level of note taking

Ich habe ein klei­nes Jubi­lä­um zu fei­ern in die­sem Jahr: ich benut­ze seit zehn Jah­ren die App Ever­no­te für mei­ne Noti­zen und Gedan­ken­samm­lung, für Pro­to­kol­le und Prü­fungs­auf­ga­ben, für Mit­schrif­ten und Mate­ri­al­samm­lun­gen, für Recher­chen und Aufwandsabschätzungen…

Also eigent­lich für alles, was ich mir nicht mer­ken kann oder will. Oder auch nicht ver­ges­sen darf. Denn dafür ist mir mein Gehirn zu schade. 

Und in der Tat ist das mensch­li­che Gehirn ein ganz außer­or­dent­li­ches Werk­zeug: es kann Ver­knüp­fun­gen und Struk­tu­ren erken­nen und schaf­fen, die jeden Hoch­leis­tungs­com­pu­ter vor Neid erblas­sen las­sen wür­den, gäbe es so etwas wie Neid bei einer see­len­lo­sen Maschine.

Umge­kehrt aber ist das mensch­li­che Gehirn ent­setz­lich schlecht dar­in, sich Din­ge zu mer­ken.1 Für so etwas soll­te man sich nicht das Gehirn auf­boh­ren (das ist bei man­chen Leu­ten auch der Irr­glau­be, man kön­ne mit Kreuz­wort­rät­seln sei­ne Merk­fä­hig­keit ver­bes­sern), son­dern ein Werk­zeug benut­zen, das sich das alles mer­ken kann.

Ein Werk­zeug, bei dem man die unter­schied­li­chen Infor­ma­tio­nen mit Hil­fe von Kate­go­rien sor­tiert und mit Hil­fe von Eti­ket­ten mit­ein­an­der ver­knüpft, um bes­ser danach suchen zu können.

Die­ses Werk­zeug ist Ever­no­te. In der aktu­el­len Fas­sung bie­tet es neben dem Able­gen von Inter­net­sei­ten, PDF und Doku­men­ten jeder Art, Bil­dern und Mails auch die Mög­lich­keit, ein­fa­che Tabel­len anzu­le­gen und vor allem Auf­ga­ben zuzu­wei­sen. Sich oder anderen.

Aufgabenstellung

Wer schon län­ger hier auf die­sem Blog mit­liest, weiß auch, dass ich ein gro­ßer Ver­fech­ter des „Get­ting Things Done“ (GTD) bin und dazu die App „Omni­Fo­cus“ benut­ze. Omni­Fo­cus hat aber ein Pro­blem, denn es eig­net sich her­vor­ra­gend dazu, Auf­ga­ben anzu­le­gen, zu glie­dern, zu grup­pie­ren und sicht­bar zu machen – also aus Aktio­nis­mus Effek­ti­vi­tät zu machen. Es eig­net sich aber nicht dazu, lan­ge Tex­te zu erfas­sen, die den Kon­text einer Auf­ga­be beschrei­ben („Vor­ga­ben zu rücken­scho­nen­dem Arbei­ten recherchieren“).

Die Auf­ga­ben­lis­te und die Auf­ga­ben­de­tails: man kann auch ande­ren armen See­len Auf­ga­ben zuwei­sen, wenn sie über Ever­no­te verfügen…

Dies ist das Spiel­feld von Ever­no­te, denn hier las­sen sich sowohl die Zita­te, Fund­stel­len und Quel­len zusam­men­fas­sen und einem bestimm­ten Auf­trag oder Kon­text zuord­nen. Seit ein paar Tagen gibt es nun auch die Mög­lich­keit, hier­zu gleich in Ever­no­te eine Auf­ga­be anzu­le­gen, die dadurch neben ihrem Kon­text steht. Zwar las­sen sich die Auf­ga­ben nicht inein­an­der ver­schach­teln oder wahl­wei­se als sequen­ti­ell oder par­al­lel anle­gen, dafür aber sind Auf­ga­ben als eigen­stän­di­ge Infor­ma­ti­ons­ka­te­go­rie her­aus­ge­ho­ben und damit leicht auffindbar.

Selbst­ver­ständ­lich kann man auch wei­ter­hin einen App-Link in Ever­no­te erzeu­gen und die­sen in Omni­Fo­cus (oder einem belie­bi­gen ande­ren Pro­gramm) ein­fü­gen, aber die­se Tech­nik stößt schnell an ihre Gren­zen, wenn man Ever­no­te par­al­lel auf meh­re­ren End­ge­rä­ten benutzt, die unter­schied­li­che Betriebs­sys­te­me besit­zen. Nor­ma­ler­wei­se bewirkt näm­lich der Auf­ruf des App-Links, dass Ever­no­te star­tet und die ent­spre­chen­de Sei­te auf­ruft. Die­ser Link ist aber bei unter­schied­li­chen Betriebs­sys­te­men unter­schied­lich, so dass Ever­no­te zwar star­tet, aber ins Lee­re greift. Ärgerlich.

Bes­ser ist da, die Auf­ga­ben­über­sicht direkt in Ever­no­te auf­zu­ru­fen und von dort zu star­ten. Je nach Kom­ple­xi­tät las­sen sich bei­de Pro­zes­se kom­bi­nie­ren: in Omni­Fo­cus die all­ge­mei­ne Pla­nung vor­neh­men („Recher­che durch­füh­ren“), dann auf Ever­no­te ver­wei­sen und hier in der Auf­ga­ben­lis­te sowohl die ein­zel­nen Recher­che­schrit­te als auch die Ergeb­nis­se festhalten.

Dadurch kann man das Gehirn wirk­lich dazu nut­zen, ver­nünf­tig zu recher­chie­ren statt dar­über zu grü­beln, was man recher­chie­ren wollte…

In einer Notiz wer­den die anste­hen­den und bereits erle­dig­ten Auf­ga­ben neben den ande­ren rele­van­ten Infor­ma­tio­nen angezeigt.

  1. In einem Expe­ri­ment, bei dem sie sich den Abla­ge­ort von zehn ver­schie­de­nen Gegen­stän­den mer­ken sol­len, schei­tern Men­schen meist schon nach drei Gegen­stän­den. Für Schim­pan­sen sind zehn Gegen­stän­de dage­gen über­haupt kein Pro­blem.