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Kritzeln auf Tafeln, Teil 7: Richtiges konstruieren mit Shapr3D

11.07.202013.03.2022

OK, das ist jetzt nix mehr für den Alltagsgebrauch eines Normalsterblichen. 😉

Wir haben in dieser losen Reihe schon gesehen, wie man in Textdokumenten malt, wie man Notizen mit Stift und Tablet benutzt, dass man auch Kunstwerke und (wie auf manchen Titelbildern erkennbar) Möchtegern-Malereien erstellen kann, aber diesmal geht es um etwas wirklich Unkreatives.

Heute konstruieren wir. Und zwar nicht irgendwas, sondern richtig in 3D, also räumlich. Aber erst muss ich kurz ausholen.

Hintergrund

In der technischen Dokumentation und insgesamt bei der Vermittlung technischer Informationen (also die Vermittlung von Tätigkeiten mit technischen Gegenständen) kommt man manchmal in die Verlegenheit, dass es von diesem Gegenstand zwar Fotos gibt, diese aber nicht alles zeigen oder erst erklärt werden müssen.

Im Alltag der Technikredaktion ist das häufig der Fall: wenn die Kollegen etwas mit dem Bleistift aufzeichnen, sich stundenlang mit PowerPoint herumärgern oder nur eine einfache Aufrisszeichnung zur Verfügung steht. Dann wird erst zur Kamera und dann zu einer Bildbearbeitung gegriffen, stundenlang freigestellt ((Profis können das in wenigen Minuten, aber in der Technikredaktion sitzen keine Bildbearbeitungsprofis…)), oder ein umständlicher Text geschrieben, der den Sachverhalt in tausend Wörtern darstellt, wo ein Bild genügt hätte.

Hier behilft man sich mit so genannten Ausleitungen aus 3D-Modellen, die in der Konstruktionsabteilung erstellt wurden – allerdings nicht unbedingt für die technische Dokumentation geeignet sind. Oft sind es nur kleine Teile, die in der Redaktion für eine bestimmte Darstellung benötigt werden – ein Viertelschnitt beispielsweise -, die aber zu einem unverhältnismäßigen Beschaffungsaufwand quer durch die Abteilungen führen.

Viertelschnitt eine Bechers

Nun gibt es dafür einschlägige Seiten wie grabcad.com, die ein riesiges Angebot an fertigen 3D-Modellen bieten. Aber auch diese muss man irgendwie verarbeiten – oder das Teil ist auch dort nicht zu finden. Irgendwann kommt der Moment, in dem man mit dem Suchen aufhört, weil es zu aufwändig wird, und sich wünscht, man könnte dieses blöde Teil „mal eben schnell“ selbst zeichnen. Eine Sechskantmutter beispielsweise. Einen Stecker. Oder einen Viertelschnitt eines tiefgezogenen Metallbechers.

Das ist auch der Moment, in dem man feststellt, dass Konstruktionsprogramme entweder verboten teuer sind oder sehr komplex in der Anwendung – oder beides. Für so triviale Objekte wie einen Becher oder eine Sechskantmutter sind sie eigentlich auch nicht gedacht – aber nur dafür werden sie oft in der Technikredaktion benötigt, denn für komplexe Modelle gibt es ja den Konstrukteur. ((Auch Auftraggeber machen sich kaum darüber Gedanken, dass in der Technikredaktion keine Fotografen, Filmregisseure, Konstrukteure oder Programmierer arbeiten, die nebenher erstklassige Arbeit mit Redaktionssystemen einschließlich didaktischer Aufbereitung zusätzlich zur Übersetzung und zielgruppengerechtem Layout mit Druckvorstufenkenntnissen und Erfahrungen in datenbankgestütztem Publizieren abliefern, sondern normale Menschen ohne Ingenieurswissen zum speziellen Produkt…)) Es muss in solchen Fällen also ein Tool her, das sowohl erschwinglich ist, als auch leicht zu bedienen: Shapr3D zum Beispiel.

Gleich vorweg: für dieses Programm benötigt man ein iPad und einen Apple Pencil. Beides zusammen kann man auch für andere Apps nutzen, die in dieser Reihe schon beschrieben wurden, aber jetzt stehen wir vor einem echten Business-Case, also einem Rechtfertigungsgrund für die betriebliche Nutzung. ((Ich finde es unglaublich, dass man mit diesen dünnen Tafeln aus Blech und Glas mittlerweile Ergebnisse produziert, für die man noch vor 20 Jahren teure Workstations mit eklig teuren Spezialprogrammen benötigt hätte.))

Die App

Die App selbst ist kostenlos im AppStore erhältlich und kommt nach dem Start recht unscheinbar daher. Natürlich kommt man schneller zu Ergebnissen, wenn man sich bereits mit 3D-Modellen auseinandergesetzt hat, wenn man eine Vorstellung von Volumenmodellen, Rotation, Schnitten und Extrusion besitzt. Auch die räumliche Vorstellung ist wichtig, denn wir hantieren mit Modellen (daher „3D“) auf einem zweidimensionalen Bildschirm. Dies fällt aber wesentlich leichter, weil wir uns auf einem Tablet bewegen, wir also virtuelle Objekte auch mit den Fingern manipulieren können. ((Erfahrungsgemäß ist eine der größten Hürden im Umgang mit 3D-Objekten auf dem Computer die Tatsache, dass die zusätzliche Abstraktionsebene „Maus und Tastatur“ auch erst überwunden werden möchte: Wie zoomt man sich in ein Modell hinein und wie dreht man eine Ansicht, aber nicht das Modell? Welche Funktionen verbergen sich hinter dem Kontextmenü mit den den obskuren Namen?))

Die App bietet – und das ist gerade für Einsteiger wichtig – zahlreiche Tutorials an, mit denen sich der Umgang fast schon spielerisch erlernen lässt. Dadurch kommt man eigentlich schon nach kurzer Zeit zu sehr brauchbaren Ergebnissen. Gerade noch hat man hilflos auf eine Aufrisszeichnung einer Sprühflasche geschaut, die man für eine Darstellung braucht, schon ist das Ding einschließlich Kantenrundung konstruiert: Kreis zeichnen, Radius festlegen, in die Isometrie umschalten und Kreisfläche extrudieren. Das geht mit einem Grafikprogramm zwar auch, Letztere kann das Objekt aber dann nicht mehr in einer anderen Ansicht darstellen – es muss neu gezeichnet werden.

Teurer wird es bei der Ausgabe, denn in der kostenlosen Variante lassen sich zwar einfache STL (Stereolithografien) exportieren oder Screenshots erstellen, aber keine Modelle. Für ein paar hundert Euro im Jahr kann man seine Konstruktionen auch in gängige 3D-Formate (STEP, IGES, OBJ, etc.) exportieren und in anderen Konstruktionsprogrammen oder Illustrationen weiterverwenden. Oder sogar in Photoshop (mit dem man IGES öffnen und anpassen kann) in ein vorhandenes Bild einsetzen. Dafür zahlt man im Monat 20$, was ein sehr moderater Preis ist, denn kommerzielle CAD-Programmen liegen hier bei knapp 5000$.

Diese Frage stellt sich in der technischen Dokumentation glücklicherweise so nicht, denn die Investition macht sich schon nach den ersten Montagezeichnungen bezahlt, in denen die Konstrukteure mal wieder vergessen haben, dass das Gehäuse ohne Schrauben auseinanderfällt.

Fazit

Es ist eine der besten Investitionen für Technikredaktionen und für Berufe, in denen die Vermittlung zum Umgang mit technischen Hilfsmitteln eine Rolle spielt.

Die geeignete Hardware wird natürlich vorausgesetzt. – Oder man hat endlich einen fantastischen Grund, dem Chef ein iPad mit Pencil aus der Achsel zu leiern…


Bildquelle: https://nofilmschool.com/sites/default/files/styles/facebook/public/bigstock-fibonacci-spiral-64413310.jpg?itok=Rg9HLKgP

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