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Kritzeln auf Tafeln, Teil 2: Notability

26.09.201721.02.2022

Jeder Computer lebt davon, dass es eine klare Trennung zwischen der Maschine und dem Menschen gibt, der sie bedient. Selbst einfachste Objekte wie ein Punkt können nicht direkt manipuliert werden, sondern nur über Eingabegeräte: eine Maus oder eine Tastatur. Der Erfolg der Manipulation wird dann über ein weiteres Ausgabegerät bestätigt: den Monitor. Der klassische Laptop stellt bislang die Ultima Ratio dieser Arbeitsteilung dar: Maschine, Ein- und Ausgabegeräte sind auf engstem Raum nebeneinander angebracht. Direkt über der Maschine liegt die Tastatur und davor das Trackpad. Der Bildschirm ist dahinter angebracht. Und während die Maschine direkt von oben manipuliert wird, findet die (optische) Kontrolle erst dahinter statt, denn der Monitor steht ja nicht nur geneigt zu den anderen Vorrichtungen, sondern auch etwas entrückt. Zwischen der Eingabe und der Ausgabe liegt ein geringer Abstand, selbst auf einem Laptop.

maquina.jpg

Diese Anordnung ist direkt der mechanischen Schreibmaschine entlehnt, bei der zwischen der Tastatur als Eingabegerät (“Interface”) und dem Papier als Kontrollinstanz die Mechanik mit Hammer, Walze und Schreibband angebracht ist. Wer nicht mit zehn Fingern schreiben kann, dessen Blick wechselt permanent zwischen der Eingabe beim Tippen und der Kontrolle beim Lesen hin und her. Maschinenschreiben ist eine eigene Fertigkeit, die über die reine Kulturtechnik des Schreibens weit hinausgeht. Die schulischen Fertigkeiten des Schreibens nutzen wenig, wenn es ans Maschinenschreiben geht. ((Gelernte Maschinenschreiber waren als “Typisten” auch in der Frühzeit der Computer noch die ersten, die mit diesen neuen Geräten in Berührung kamen.)) 

Der Computer ermöglicht per WYSiWYG die direkte Eingabe und Kontrolle. Nur die Trennung von mehr oder weniger waagerechtem Eingabegerät und stärkt geneigtem Ausgabegerät (als Papierersatz) ist geblieben.

Und da stehen wir seit vielen Jahren.

Bis zum Touchscreen.

Paradigmenwechsel

Der Touchscreen hat aus dem „PDA“ (Personal Digital Assistant), den es ja schon lange gab ((Ein verzückend altbackenes und gleichzeitig visionäres Filmchen aus dem Jahr 1987 dazu gibt es auf YouTube.)), ein massentaugliches Gerät gemacht, das kurz davor steht, alle anderen Eingabegeräte als bloße Krücken hinter sich zu lassen.

Das Eingabegerät ist auf dem Tablet mit dem Computer und der Anzeigekontrolle verschmolzen zu einer Tafel, deren Potenzial noch nicht annähernd ausgeschöpft ist. Endlich ist das möglich, was bereits die alten Ägypter und Sumerer konnten: man kritzelt auf Tafeln, die räumliche Unterscheidung zwischen Eingabe und Ausgabe verschwindet. Mit Hilfe einer geeigneten App wird aus dem platten Bildschirm mit darunter angebrachtem Rechner eine Tafel, auf der es sich wieder genauso kritzeln lässt wie es der Homo Sapiens seit etwa 7500 Jahren gelernt hat. ((Vielleicht ist dies auch der Grund, warum sich Computernutzer mit diesen Tablets schwerer tun als unbedarfte Kinder oder alte Menschen, die nie einen Computer besessen haben: Letztere überspringen eine technologische Entwicklungsstufe.))

Notability

IMG_0047

Wie schon in Teil 1 angekündigt, werfen wir hier einen kurzen Blick auf eine App, die ihrem Namen gerecht wird: Notability. Faszinierend an Apps wie Notability ist vor allem die Tatsache, dass mit Hilfe modernster Technik eine der ältesten Fähigkeiten geweckt wird: Neugierde und Kreativität. Das Ziel der App ist – ähnlich wie Penultimate oder OneNote – das Festhalten von Ideen, Gedankensplittern oder Einfällen aller Art. Allerdings stellt dieser rein utilitaristische Anspruch des „um … zu“ nur die Grundlage dar.

Andere Apps werden geöffnet, um damit ein bestimmtes Ziel zu erreichen: es soll eine Notiz entstehen. Man öffnet dazu symbolisch ein Notizbuch auf einer bestimmten Seite und trägt die neue Notiz an dieser Stelle ein. Dann wird sie gespeichert und damit für die weitere Verwendung oder Verteilung abgelegt. Fertig.

Notability bedient sich wie ein leeres Blatt Papier oder ein Schreibblock ohne Anbindung an eine vorgegebene Kategorie. Bilder, Screenshots, andere Bildschnipsel werden auf einen leeren Bogen „montiert“ und dann mit Text oder Kritzeleien ergänzt.

Die App bedient sich dabei dank der Anbindung des Betriebssystems (iOS 11) aus allen angebundenen Cloud-Diensten: Fotos aus der Dropbox ebenso wie PDF aus OneDrive oder Cliparts aus GoogleDrive. Und entsprechend können die fertigen Notizen auch auf allen Servern abgelegt werden – als RTF, PDF oder im eigenen Format. 

IMG_0048

Natürlich funktioniert dies am besten mit einem speziellen Stift.

Im Gegensatz zu einer reinen Mal-App wie Adobe Draw besitzt Notability nicht die fein einstellbaren Stifttypen wie Kreide oder Pinsel, die sich beliebig in Farbe, Auftragsstärke oder Strichbreite anpassen lassen, aber für eine schnelle Kritzelei und Visualisierung kreativer Geistesblitze reicht die App vollkommen. Als Exportformat steht RTF (für die Texte) und PDF zur Verfügung. Und natürlich das eigene Datenformat für den Austausch zwischen den Apps und Plattformen.

Zusammenfassung

Wer ein Tablet benutzt und sich Gedanken darüber macht, wie er (oder sie) es jenseits eines plattgedrückten Laptops oder breit gewalzten Smartphones nutzen kann, der kommt an Apps zum Zeichnen, Malen oder Kritzeln nicht vorbei. Es ist vermutlich sogar die „kreatürlichste“ Nutzung dieser Geräte, denn Smartphones sind handlicher und Computer sind leistungsfähiger (und besitzen mehr Anschlüsse). ((Ob man die vielen Anschlüsse benötigt, steht auf einem anderen Blatt.))

Bei Apps zum Kritzeln sollte man sich aber vorher überlegen, welchen Einsatzzweck sie erfüllen sollen.

 


Bildquelle Hieroglyphen: Louvre/wikipedia

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