Rad­tour: Nor­man­die in heiß und tro­cken

Abtei Mont St. Michel

Auf die­sem Pla­ne­ten gibt es so viel Schön­heit, dass es mich sehr über­rascht, wie vie­le Men­schen in der Stadt leben und auf die Wand ihres Nach­bar­hau­ses star­ren.

Thor Heyer­dahl

Radeln in der Nor­man­die hat etwas sehr Viel­sei­ti­ges: zum einen in geschicht­li­cher Hin­sicht, denn hier ent­schied sich bereits mehr­mals die Geschich­te Euro­pas, zum ande­ren in sport­li­cher Hin­sicht, denn die zahl­rei­chen Hügel und Täler bie­ten immer wie­der über­ra­schen­de Stei­gun­gen (und Abfahr­ten) – und natür­lich in ästhe­ti­scher Hin­sicht, denn land­schaft­lich reiz­voll ist der Nor­den Frank­reichs alle­mal.

In die­sem Jahr hat­ten wir uns zwei Wochen Zeit gege­ben, eine gro­ße Nor­man­die-Rund­fahrt von Paris über Char­tres bis Mont St. Michel und Le Hav­re zurück nach Paris zu radeln. Wie immer mit Zelt, Schlaf­sack, Kocher und Komoot1.

Die Tour de Nor­man­die, knapp 1000 km

Bereits der Beginn der Tour war aben­teu­er­lich, denn es ist trotz vor­han­de­ner Glei­se nicht mög­lich, mit der Bahn von Deutsch­land nach Paris zu fah­ren. Zumin­dest nicht mit unver­pack­ten Rädern, denn die Bahn in Deutsch­land hat kei­nen Ein­blick in die Anzahl der ver­füg­ba­ren Fahr­rad­stell­plät­ze in fran­zö­si­schen Zügen – und umge­kehrt natür­lich auch nicht. Man muss daher mit dem Zug direkt bis an die Gren­ze – hier nach Kehl, dann mit dem Rad über den Rhein radeln und anschlie­ßend im gegen­über lie­gen­den Stras­bourg wie­der in die Bahn nach Paris ein­stei­gen. Euro­pa 2022.

Auf deut­scher Sei­te ist es – sofern man aus­rei­chend Zeit mit­bringt und Umstiegs­zei­ten groß­zü­gig bemisst – dank 9€-Ticket sehr güns­tig. Zwi­schen Stras­bourg und Paris wird man das ein­ge­spar­te Geld aber dann schnell wie­der los…

Paris mon Hor­ri­ble

In Frank­reich hat sich viel getan in Bezug auf Fahr­rad­in­fra­struk­tur, auch in Paris, das dafür in der Mobi­li­täts­sze­ne sehr gelobt wird. Denn in der Tat gibt es vor allem in Paris abge­trenn­te Fahr­rad­bah­nen, eige­ne Ampeln und eine kon­sis­ten­te Beschil­de­rung. Aller­dings hat sich an der Fahr­wei­se der Pari­ser (über die sich bereits Aste­rix lus­tig gemacht hat­te) nichts geän­dert: zusätz­lich zum Auto­ver­kehr wit­schen jetzt auch die Scoo­ter, Rad­ler und Rol­ler mit aber­wit­zi­ger Fahr­wei­se zwi­schen erra­tisch manö­vrie­ren­den Fuß­gän­gern und Rad­fah­rern hin und her, so dass die Fahrt am ers­ten Tag sehr stres­sig wur­de. Wir hat­ten beschlos­sen, noch am Abend unse­rer Ankunft nach zehn Stun­den Bahn­fahrt direkt von Gare de l‘Est quer durch die Stadt Rich­tig Wes­ten nach Ver­sailles zu fah­ren.

Wir kamen auch in Ver­sailles an, wur­den am ein­zi­gen dort vor­han­de­nen Zelt­platz aber abge­wie­sen, was sehr unge­wöhn­lich ist2, und muss­ten mit einem ört­li­chen Hotel vor­lieb neh­men.3 Prä­di­kat nicht emp­feh­lens­wert.

Wir beschlos­sen daher zunächst mit Hil­fe der App die Zelt­plät­ze bereits einen Tag im Vor­aus zu buchen und sahen uns am ers­ten rich­ti­gen Tag Ver­sailles an.

Dass die­se Prot­ze­rei irgend­wann zu einer Revo­lu­ti­on füh­ren wür­de, war abseh­bar. Umso mehr, als dass sie in kei­ner Pro­por­ti­on zur Armut vor allem der Stadt­be­völ­ke­run­gen stand. Ende des 18. Jahr­hun­derts kam dann Hoch­mut vor das Fall­beil (par­don the pun)…

In Ver­sailles und sei­nen beein­dru­cken­den Gar­ten­an­la­gen zeig­te sich die gan­ze Deka­denz des fran­zö­si­schen Adels und sei­ne Welt­ab­ge­rückt­heit ange­sichts gro­ßer gesell­schaft­li­cher Umwäl­zun­gen, derer er nicht mehr Herr wur­de: der nach­las­sen­de Reich­tum aus den Kolo­nien, die bereits vie­le euro­päi­sche Herr­scher­häu­ser seit den Habs­bur­gern aus­ge­plün­dert hat­ten, und die auf­kom­men­de Indus­tria­li­sie­rung, in der Men­schen und Maschi­nen statt Skla­ven und Boden­schät­ze zum wich­tigs­ten Wohl­stands­fak­tor wur­den.

In Ver­sailles spie­gel­te sich das Anci­ent Regime in sich selbst – und hin­ter­ließ der Geschich­te genug Anschau­ungs­ma­te­ri­al für Genera­tio­nen.

Go West

Rich­tung Wes­ten stand das nächs­te gro­ße Ziel auf der Kar­te: der eigent­lich völ­lig unbe­deu­ten­de Ort Char­tres mit sei­ner alles über­ra­gen­den Kathe­dra­le, die zu den schöns­ten goti­schen Sakral­bau­ten Frank­reichs und auch Euro­pas zählt. Sehr poe­tisch drückt es Wiki­pe­dia aus:

Die Kir­che wirkt in der immer noch rela­tiv klei­nen Stadt abso­lut domi­nie­rend, ist in der fla­chen Land­schaft schon von wei­tem zu erken­nen und ver­mit­telt somit selbst heu­te noch unge­fähr den Ein­druck, den sie seit dem 13. Jahr­hun­dert auf die Zeit­ge­nos­sen aus­üb­te, als solch ein Bau­werk wie ein über­ir­disch-gött­li­ches Sym­bol in der pro­fa­nen Umwelt stand.

https://​de​.wiki​pe​dia​.org/​w​i​k​i​/​K​a​t​h​e​d​r​a​l​e​_​v​o​n​_​C​h​a​r​t​r​e​s​?​w​p​r​o​v​=​s​f​ti1
Der Chor der Not­re Dame de Char­tres, vom „Laby­rinth“ aus gese­hen

Hin­ter Char­tres beginnt der schöns­te Teil des EV4 (Euro­vé­lo 4) auch „Vélos­ce­nie“, ein euro­päi­scher Rad­wan­der­weg, der sich auf der Tras­se einer zurück gebau­ten Eisen­bahn­stre­cke zwi­schen Char­tres und Mont St. Michel durch die Hügel und Täler win­det.

Unter ande­rem kommt man dabei an den klas­si­schen mit­tel­al­ter­li­chen Bur­gen des nor­man­ni­schen Adels vor­bei, der sich hier befes­tig­te Her­ren­sit­ze ein­rich­te­te wie man sie sonst nur in Groß­bri­tan­ni­en noch fin­det. Und das aus gutem Grund, denn die Nor­man­nen, die ab 1066 die Herr­schaft auf den bri­ti­schen Inseln über­nah­men und nach­hal­tig präg­ten in Spra­che, Ver­wal­tung und Kul­tur, kamen schließ­lich von hier. So auch der Geoff­roy III., dem Gra­fen der Per­che, der in Nogent-le-Rot­rou Anfangs des 11. Jahr­hun­derts eine der mas­si­gen Bur­gen bau­te, die schon allei­ne durch ihre Impo­sanz und Lage es Eng­län­dern im Hun­dert­jäh­ri­gen Krieg (1337 – 1453) nicht leicht mach­ten, ihren Anspruch auf den fran­zö­si­schen Thron durch­zu­set­zen. Es ist eine der Abur­di­tä­ten der mit­tel­al­ter­li­chen Geschich­te, dass die Nor­man­nen von Frank­reich aus mit Bil­li­gung des fran­zö­si­schen Königs die Herr­schaft in Eng­land und Wales über­nah­men, es aber im Hun­dert­jäh­ri­gen Krieg nicht schaff­ten, von Eng­land aus die Nor­man­die zu beset­zen und die fran­zö­si­sche Kro­ne zu über­neh­men.

Die Burg von Nogent-le-Rot­rou, erbaut 1029, danach erwei­tert und 1359 – 1360, 1424 – 1428 von eng­li­schen Trup­pen besetzt. Der Burg­gra­ben wird von Zie­gen instand gehal­ten, die Burg beinhal­tet eine klei­ne aber sehr inter­es­san­te Samm­lung mit­tel­al­ter­li­cher Objek­te der Regi­on.

Von nun an ging es wort­wört­lich ste­tig berg­ab zur Küs­te Rich­tung Nord­west zum Mont St. Michel. Von der ste­chen­den Hit­ze, die tags­über kaum unter 30 °C sank, nah­men wir nicht viel wahr, da der Rad­weg bis kurz vor der Küs­te fast durch­ge­hend durch kilo­me­ter­lan­ge Alle­en auf einer alten Eisen­bahn­tras­se führt.

Da die Glei­se dabei nie mehr als 4% Stei­gung besit­zen dür­fen, ist auch der Rad­weg ent­spre­chend flach und dank des durch­ge­hen­den Aus­baus als befes­tig­te Pis­te sehr gut befahr­bar. Es rollt nur so dahin, immer wie­der unter­bro­chen von Rad­schran­ken, die einer­seits Autos davon abhal­ten sol­len, die Stre­cke zu benut­zen und ande­rer­seits die Rad­fah­rer abbrem­sen, ein­fach über die Stra­ße zu rol­len.

Der Berg der Pil­ger

Der Mont St. Michel ist eigent­lich ein kar­ger Fels­klotz, der weni­ge hun­dert Meter vom Ufer ent­fernt mit­ten im Wat­ten­meer der gleich­na­mi­gen Bucht hockt. Hier mün­den die Sélu­ne und die Sée und haben im Lau­fe der Zeit ein rie­si­ges Del­ta ange­legt, das beim Durch­fah­ren ein wenig an die Camar­gue erin­nert. Auf dem Fels sie­del­ten bereits im 8. Jahr­hun­dert Mön­che, ab dem 11. Jahr­hun­dert wur­den fast unun­ter­bro­chen neue Anbau­ten an die Abtei ange­fügt, so dass mitt­ler­wei­le die alten Gemäu­er so mit dem Fels ver­wach­sen schei­nen, dass kein Unter­schied mehr erkenn­bar ist – was auch zu sei­ner Impo­sanz bei­trägt. Kunst­ge­schicht­lich hat der frü­he­re Pil­ger- und heu­ti­ge Tou­ris­ten­ma­gnet kaum etwas zu bie­ten und erin­nert gera­de wäh­rend der Som­mer­zeit an einen Jahr­markt, wo sich Men­schen­mas­sen durch die enge Gas­se hin­auf zur Abtei quet­schen, wohin sie zuvor von Pen­del­bus­sen gebracht wur­den.

Die Abtei Mont St. Michel

Bayeux

Von hier an ging es wie­der ost­wärts, aller­dings in Rich­tung Bayeux. Dazu muss­ten wir auf dem EV4 eini­ge Kilo­me­ter zurück fah­ren, um dann auf dem Rad­weg hin­ter Mor­tain in Rich­tung Viv­re abzu­bie­gen. Hier war es dann auch bald Schluss mit dem gemäch­li­chen Dahin­rol­len, es wur­de zuneh­mend nor­man­ni­scher: ein stän­di­ges Auf und Ab durch Wie­sen, Wei­den und Wäl­der. Und immer wie­der Brom­beer­he­cken, die über vie­le Kilo­me­ter die Rad­we­ge säu­men und denen man die dies­jäh­ri­ge Dür­re sehr anmer­ken konn­te.

Die Kathe­dra­le von Bayeux durch die Gas­sen der Alt­stadt gese­hen

Bayeux ist eigent­lich kein bedeut­sa­mer Ort für den durch­schnitt­li­chen Nor­man­die-Besu­cher – es sei denn, er kommt aus Groß­bri­tan­ni­en. Auf der Insel steht der Ort für einen der wich­tigs­ten und ein­schnei­dends­ten Ereig­nis­se der eng­li­schen Geschich­te der letz­ten 1000 Jah­re: in der Kathe­dra­le von Bayeux wur­de frü­her zwei­mal jähr­lich seit dem 11. Jahr­hun­dert eine über 50 Meter lan­ge Sti­cke­rei aus­ge­stellt, die heu­te in einem eigens dafür ein­ge­rich­te­ten Muse­um täg­lich von hun­der­ten Tou­ris­ten durch­strömt wird. Sie stellt den Grün­dungs­zeit­punkt der bri­ti­schen Mon­ar­chie und eng­li­schen Iden­ti­tät dar. Zwar gab es in Eng­land nach dem Abzug der römi­schen Trup­pen zahl­rei­che Köni­ge und Fürs­ten, die um die Vor­herr­schaft kämpf­ten, aber erst einem galng es, sich die Kro­ne dau­er­haft zu sichern und den eng­li­schen Adel mit Hil­fe sei­ner Vasal­len zu ent­mach­ten. Und er war dabei nicht zim­per­lich. Wil­liam the Con­quer­or, Graf der Nor­man­die, besieg­te 1066 mit sei­nem nor­ma­ni­schen Heer in der denk­wür­di­gen Schlacht von Has­tings die Trup­pen des Harald, der sich zum angel­säch­si­chen König aus­ge­ru­fen hat­te. Einem eben­so genia­len wie ruch­lo­sen Stra­te­gen wie Wil­liam und sei­nen Vasal­len war sein Heer aber nicht gewach­sen.

In der Fol­ge über­nah­men die Nor­man­nen die Ver­wal­tungs­ho­heit, eta­blier­ten ihre Kul­tur und Spra­che im eng­li­schen König­reich und bil­de­ten von nun an die Gen­try, den Land­adel, der noch heu­te jene eigen­tüm­li­che Spal­tung der bri­ti­schen Gesell­schaft kenn­zeich­net: auf der einen Sei­te die Besit­zen­den (Lords) und auf der ande­ren Sei­te die gewöhn­li­che Bevöl­ke­rung (Com­mons).

Ope­ra­ti­on Over­lord

Die Nor­man­die und ihre Nähe zur bri­ti­schen Küs­te war aber knapp 1000 Jah­re nach dem Über­set­zen nor­man­ni­scher Trup­pen auf die bri­ti­schen Inseln der bedeut­sa­me Schau­platz eines der blu­tigs­ten Kriegs­ge­sche­hens der neue­ren euro­päi­schen Geschich­te: am 6. Juni 1944 begann im Mor­gen­grau­en die „Ope­ra­ti­on Over­lord“ genann­te Inva­si­on der Nor­man­die durch die Allier­ten, um Euro­pa von der grau­sa­men Dik­ta­tur des faschis­ti­schen deut­schen „Drit­ten Reichs“ von Wes­ten her zu befrei­en. Da die deut­schen Trup­pen Frank­reich seit 1940 besetzt hiel­ten und seit dem Win­ter 1941 mit dem Bau des „Atlan­tik­walls“ Vor­be­rei­tun­gen gegen eine Inva­si­on getrof­fen hat­ten, muss­ten die allier­ten Trup­pen an meh­re­ren Strand­ab­schnit­ten die­se Bar­rie­ren in Form von Strand­be­fes­ti­gun­gen, Minen, Maschi­nen­ge­wehr- und Artil­le­rie­stel­lun­gen nie­der­kämp­fen, was ins­be­son­de­re am ame­ri­ka­ni­schen Strand­ab­schnitt „Oma­ha Beach“ eine hohe Zahl an Men­schen­le­ben kos­te­te.4

Blick aus einer ehe­ma­li­gen deut­schen Stel­lung am „Gold Beach“, an dem die bri­ti­schen Trup­pen lan­de­ten. Im Hin­ter­grund die Aus­läu­fer des Dorfs Arro­man­ches

Von Bayeux aus erreich­ten wir die Küs­te bei Arro­man­ches und fuh­ren in Rich­tung Osten immer dem Küs­ten­rad­weg ent­lang. Die­ser Abschnitt ist vor allem in Urlaubs­zei­ten für Rad­fah­rer eine Zumu­tung, da sich die Stre­cken­pla­ner in ihrem Bemü­hen, die Rad­fah­rer vom Auto­ver­kehr fern­zu­hal­ten, dar­in über­bo­ten haben, jeden auch noch so unbe­deu­ten­de Stran­drum­mel mit­zu­neh­men. So ist in den fran­zö­si­schen Feri­en der gan­ze Ver­gnü­gungs­be­trieb der Nor­man­die auf die fla­chen Sand­strän­de kon­zen­triert, was dazu führt, dass stän­dig Fuß­gän­ger mit der Reak­ti­ons­ge­schwin­dig­keit tek­to­ni­scher Plat­ten auf Wegen her­um­ste­hen und das Wei­ter­kom­men behin­dern.

Sei­ne, die Schlau­fen­rei­che

Ursprüng­lich hat­ten wir über­legt, an der Küs­te bis Diep­pe zu fah­ren und dann quer durchs Land nach Paris zu radeln. Aber die Erfah­run­gen mit den über­ra­schen­den Stei­gun­gen und den doch teil­wei­se sehr schlech­ten Stra­ßen­ober­flä­chen beweg­ten uns dazu, wie immer wäh­rend einer Tour die Stre­cke neu zu pla­nen. Und so schwenk­ten wir bei Le Hav­re in den Sei­ne-Rad­weg ein, um den zahl­rei­chen Schlau­fen der Sei­ne auf­wärts bis Paris zu fol­gen.

Das Tal der Sei­ne bei Rou­en

Die Sei­ne ver­läuft über wei­te Stre­cken zwi­schen Le Hav­re und Rou­en zwi­schen wei­ßen Kalk­fel­sen und erin­nert auf­grund ihrer Win­dun­gen und schrof­fen Hän­ge ent­fernt an eine Mischung aus der Küs­te von Dover und der Mosel. Sie schlän­gelt sich aus dem Pari­ser Becken in Rich­tung Nord­west zur Küs­te und hat sich im Lauf der Zeit durch die Kalk­fel­sen gegra­ben und immer wie­der Abkür­zun­gen genom­men oder wur­de zur Indus­tria­li­sie­rung an man­chen Stel­len ver­tieft. Dadurch sind zahl­rei­che Alt­ar­me ent­stan­den, die einer unglaub­li­chen Anzahl an Was­ser­vö­geln Rück­zugs­ge­bie­te bie­ten. Dies liegt auch dar­an, dass die Ort­schaf­ten unter­halb der Bur­gen immer auf der Prall­hang­sei­te lie­gen (aus stra­te­gi­schen Grün­den) und die gegen­über­lie­gen­den Gleit­hang­sei­te ent­we­der land­wirt­schaft­lich genutzt wird oder als Auwald mit Alt­ar­men erhal­ten geblie­ben ist.

Der Rad­weg ver­sucht auch hier ent­lang der Sei­ne immer die ver­kehrs­är­me­re Stre­cken­füh­rung zu nut­zen, was einer­seits sehr löb­lich ist, ande­rer­seits aber den größ­ten­teils sehr schlech­ten Stra­ßen­zu­stand der Neben­stra­ßen deut­lich spür­bar wer­den lässt: asphal­tier­te Neben­stre­cken sind eher Test­ge­län­de für Stoß­dämp­fer und ver­mit­teln den Anschein, als ob sie nur dazu ange­legt sind, alle Fahr­zeu­ge mög­lichst rasch schrott­reif zu fah­ren – auch Fahr­rä­der.

Da wir aus den Erfah­run­gen in Paris gelernt hat­ten (auf kei­nen Fall mit­ten durch!), blie­ben wir auf dem Rück­weg trotz der schlech­ten Weg­füh­rung und eini­ger Trep­pen (!) so lan­ge wie mög­lich auf dem aus­ge­schil­der­ten Rad­weg, um den Gare de l’Est zu errei­chen.

Noch in der glei­chen Nacht öff­ne­te der Him­mel sei­ne Schleu­sen…

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  1. Ich kann mich nur noch dun­kel erin­nern, wie man frü­her ohne die­se App mit Kar­ten im Aus­land auf Rei­sen ging: oft ver­fah­ren, manch­mal ver­lo­ren, stän­dig ohne Orts­kennt­nis und immer vol­ler Hoff­nung, dass man auch dort ankommt, wo man ankom­men möch­te. 

  2. Rad­fah­rer und Wan­de­rer weist man gewöhn­li­cher­wei­se nicht an Cam­ping­plät­zen ab. 

  3. Auch hier lernt man die Vor­tei­le eine App wie Komoot ken­nen, denn neben Zelt­plät­zen in der Nähe des Auf­ent­halts­or­tes las­sen sich auch ande­re Unter­brin­gun­gen anzei­gen. 

  4. Einen sehr rea­lis­ti­schen Ein­blick in die unglaub­li­che Grau­sam­keit die­ses Kriegs­schau­plat­zes zeigt der Film „Saving Pri­va­te Ryan“ von Ste­ven Spiel­berg. 

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