Kritzeln auf Tafeln, Teil 6: Synchronisation und Backups

In den bis­he­ri­gen Bei­trä­gen haben wir uns in ers­ter Linie meh­re­re Apps ange­schaut, die spe­zi­ell für ein Tablet (hier: iPad) ent­wi­ckelt wur­den und daher von einer spe­zi­fi­schen Hard­ware und Betriebs­sys­tem Gebrauch machen. Das ist sehr prak­tisch und erstaun­lich ein­fach, was aber pas­siert mit den Bil­dern und Skiz­zen, nach­dem wir sie erstellt haben? Wie kommt man da dran?

Das iPad als Datenfloß

Der Vor- und der Nach­teil eines Tablets ist sei­ne Mobi­li­tät. Egal wo man ist, solan­ge der Akku gela­den ist, müs­sen kei­ne zusätz­li­chen Gerä­te ange­schlos­sen wer­den, mit denen man das Tablet erst bedie­nen kann. Alles ist auf dem Gerät: Apps, Sys­tem, Datei­ab­la­ge, Moni­tor. Das Tablet ist ein Daten­floß, das wir nur mit unse­ren Fin­gern oder not­falls mit einem – draht­los ange­schlos­se­nen – Stift bedie­nen.

Das bedeu­tet aber auch, dass unse­re Ski­zen und Noti­zen immer nur auf dem Tablet „leben“: es gibt kei­ne exter­ne Fest­plat­ten (zumin­dest sind sie kaum ver­brei­tet, weil sie dem Zweck auch wider­spre­chen wür­den) oder Netz­werk­ka­bel zu Ser­vern, auf denen sich die Daten befin­den und jeder­zeit zur Ver­fü­gung ste­hen. Die ein­zi­gen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­schnitt­stel­len, die sich sinn­voll zur Daten­über­tra­gung eig­nen, sind WLAN und – falls vor­han­den – Tele­fon.

Damit aber die Daten auch dann noch zur Ver­fü­gung ste­hen, wenn das Tablet gera­de nicht da ist oder der Akku leer, müs­sen sie irgend­wo gesi­chert wer­den. Am bes­ten regel­mä­ßig.

Skizze zu Backup und Synchronisation

Synchronisation

Syn­chro­ni­sa­ti­on bedeu­tet, dass jede Skiz­ze, die man auf dem Tablet erstellt hat, an einen Cloud-Ser­ver (meist der Cloud-Ser­ver des Betriebs­sys­tems, also iCloud oder One­Dri­ve) geschickt und von dort mit allen Gerä­ten des glei­chen Acoounts abge­ru­fen wer­den kann. Das erspart das Ein­ste­cken eines USB-Sticks oder das Anschlie­ßen eines Kabels und die Suche im Datei­sys­tem. Dies füh­ren die Tablets für die sys­tem­ei­ge­nen Apps auto­ma­tisch im Hin­ter­grund durch, sobald man einen Account ein­rich­tet.1

Da dies nicht von allen Benut­zern in Anspruch genom­men wird, wer­den die Daten von zusätz­lich erwor­be­nen Apps nicht auto­ma­tisch archi­viert und syn­chro­ni­siert. Das muss man erst kon­fi­gu­rie­ren.

Syn­chro­ni­sa­ti­on bedeu­tet aber auch, dass die Daten von jedem ange­schlos­se­nen Gerät gelöscht wer­den kön­nen und dann auf­grund der Syn­chro­ni­sie­rung auch von allen ande­ren Gerä­te ver­schwin­den.

Backup

Im Unter­schied dazu über­nimmt die Daten­si­che­rung die Archi­vie­rung der Datei­en. Alle Skiz­zen, die je auf dem Tablet erstellt wur­den, wer­den in die Cloud auf einen Ser­ver gela­den und blei­ben auch dort, selbst wenn sie vom Tablet gelöscht wer­den. Das gehört in Unter­neh­men zum Stan­dard, bei Pri­vat­an­wen­dern sieht das aber meist anders aus. Hier muss sich jeder Anwen­der selbst um die Daten­si­che­rung küm­mern.

Glück­li­cher­wei­se wis­sen das die meis­ten App-Pro­gram­mie­rer auch und stel­len die ent­spre­chen­den Funk­tio­nen bereit. Dazu muss der Anwen­der aller­dings gewis­se Funk­tio­nen vor­be­rei­ten. Wir spie­len das hier ein­mal mit der App „Nota­bi­li­ty“ durch. Die App selbst wur­de hier bereits vor­ge­stellt. (Sie dür­fen den Bei­trag ger­ne lesen, bevor wir wei­ter­ma­chen. Ich war­te solan­ge..)

Beispiel: Notability

Zunächst benö­ti­gen wir natür­lich die App selbst, dann ein Tablet mit einer Anbin­dung an einen Cloud-Ser­vice und damit einen gül­ti­gen Cloud-Account. Bei iPads ist das der iCoud-Account, ohne den gar nichts funk­tio­niert. Dar­über hin­aus kann man (muss aber nicht) eine ent­spre­chen­de App auch auf einem ande­ren Com­pu­ter (z.B. Mac) instal­lie­ren. Letz­te­re kos­tet etwa 5€ zusätz­lich, ist also erschwing­lich und erlaubt es, zahl­rei­che Funk­tio­nen der App auch ohne iPad zu nut­zen – bis auf das Zeich­nen mit dem Stift, aber das geht ja zur Not auch mit dem Fin­ger auf dem Track­pad…

Und nun zu den Ein­stel­lun­gen:

  1. In der iPad-App die Ein­stel­lun­gen auf­ru­fen und dort „Auto-Back­up“ wäh­len.
  2. Im Auto-Back­up den gewünsch­ten Back­up-Ser­ver wäh­len. Der Back­up-Ser­ver soll­te ein ande­rer Cloud-Dienst sein als der Syn­chro­ni­sa­ti­ons­dienst. Es kann nur einen Back­up-Ser­ver pro Nota­bi­li­ty-Account geben, man führt das Back­up also immer nur von einem Gerät durch.
  3. Den pas­sen­den Back­up-Ord­ner des Ser­vers aus­wäh­len (Nota­bi­li­ty legt einen Stan­dard-Ord­ner auto­ma­tisch an).
  4. Die „Notiz­bü­cher“ (das sind die Grup­pen in der rech­ten Spal­te) aus­wäh­len, die auto­ma­tisch gesi­chert wer­den sol­len – meist alle.
  5. In den Ein­stel­lun­gen zu „iCloud“ wech­seln und den iCloud-Dienst für die Syn­chro­ni­sie­rung akti­vie­ren.
  6. Gege­be­nen­falls in den Ein­stel­lun­gen der macOS-App im Rei­ter „iCloud“ die Syn­chro­ni­sa­ti­on ein­schal­ten.

Der zwei­te Schritt lässt sich auch in der macOS-App kon­fi­gu­rie­ren, dann wird aller­dings auto­ma­tisch der Back­up-Dienst für die iOS-App deak­ti­viert. Es kann halt nur einen geben.

Und das wars dann auch.

Allgemein

Über die Syn­chro­ni­sa­ti­on ver­fü­gen auch alle ande­ren Apps – sei es durch Ein­bin­dung in Ever­no­te (Pen­ul­ti­ma­te), durch Anbin­dung an die Ado­be Crea­ti­ve Cloud (Draw und Vec­tor­na­tor) oder durch die inte­gra­ti­on in die Micro­soft Cloud (OneNote).

Bei der Back­up-Funk­ti­on aller­dings soll­te man zwei­mal hin­schau­en, denn selbst­ver­ständ­lich las­sen sich alle Skiz­zen auch in die Back­up-Rou­ti­ne des hei­mi­schen Rech­ners ein­bin­den – aber das ist eine ganz ande­re Bau­stel­le.


  1. Man kann die­se Funk­ti­on deak­ti­vie­ren, aber das wäre so, als ob man sich vor der Berg­tour die Wan­der­schu­he aus­zieht: gehen kann man trotz­dem, es ist nur weit­aus schmerz­haf­ter.